Rapolder sorgt in Bielefeld für Diskussionen
Dortmund (dpa) - 17.04.2005, 10:07 Uhr
Bielefelds Trainer Uwe Rapolder bedankt sich bei den Fans.
Ausgerechnet vor dem wichtigsten Spiel der Vereinsgeschichte herrscht bei Arminia Bielefeld helle Aufregung. Auch das beachtliche 1:1 bei Borussia Dortmund konnte nichts daran ändern, dass weiter intensiv über Uwe Rapolder diskutiert wurde. Weil der Bielefelder Trainer im Vorfeld des Pokal-Halbfinales gegen Bayern München in einem Zeitungsgespräch vage über das Thema Vereinswechsel geredet hatte, war Präsident Hans-Hermann Schwick im Westfalenstadion schlecht auf ihn zu sprechen: «Ich hätte mir gewünscht, das dieses Interview erst nach der Partie gegen die Bayern erschienen wäre.» Den Vorwurf, zur Unzeit für schlechte Stimmung gesorgt zu haben, wollte Rapolder nicht auf sich sitzen lassen. Vehement trat er nach dem Schlusspfiff des Spiels mit Toren von Florian Kringe (16.) und Isaac Boakye (86.) Spekulationen über einen bevorstehenden Abschied aus Bielefeld entgegen. Entsprechende Interview-Passagen seien falsch verstanden oder falsch wiedergegeben worden. Mit einem Verweis auf seinen bis 2007 datierten Vertrag leistete er indirekt einen Treueschwur für die Arminia: «Es ist ein Bild entstanden, dass ich anderen Vereinen nachlaufe. Das tue ich nicht.»
Vor allem die Reaktionen aus Köln machten Rapolder zu schaffen. Nach dem viel beachteten Interview war der Fußball-Lehrer stärker als zuvor mit dem Zweitligisten aus der Domstadt in Verbindung gebracht worden und hatte sich deshalb einen öffentlichen Rüffel des amtierenden FC-Trainers Huub Stevens eingehandelt. Rapolder fühlt sich auch in dieser Angelegenheit falsch verstanden: «Das ist nicht mein Stil, dass ich hinter dem Rücken von Kollegen mit anderen Clubs verhandele. Warum sollte ich die Arbeit von Huub Stevens kritisieren? Er ist mit dem FC immerhin Tabellenführer.» Die Aufregung um Rapolder kommt nicht aus heiterem Himmel. Seit Wochen schwelt in Bielefeld eine interne Auseinandersetzung um die Personalpolitik. Zum Leidwesen von Rapolder kehren Patrick Owomoyela (Bremen), Ervin Skela (Kaiserslautern) und Benjamin Lense (Nürnberg) dem Aufsteiger zum Saisonende den Rücken. Zudem ist die Zukunft des von vielen Clubs umworbenen Torjägers Delron Buckley ungewiss. |