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«Papa» trifft für Schalke - «richtige Entscheidung»

Gelsenkirchen (dpa) - 02.09.2012, 15:09 Uhr

Eigentlich verhindert Kyriakos Papadopoulos Tore, jetzt hat er selbst getroffen. Foto: Friso Gentsch
Eigentlich verhindert Kyriakos Papadopoulos Tore, jetzt hat er selbst getroffen. Foto: Friso Gentsch

Kyriakos Papadopoulos hatte gut Lachen. Der griechische Innenverteidiger strahlte nach ereignisreichen Tagen über das ganze Gesicht und freute sich diebisch über sein erstes Saisontor.

«Das war schon ein besonderer Tag für mich», plapperte Papadopoulos drauflos: «Ich bin sehr glücklich, dass wir gewonnen haben und ich auch noch getroffen habe.» Mit seinem Kopfball-Tor in der 33. Minute hatte er den am Ende souveränen 3:1 (1:0)-Erfolg des FC Schalke 04 gegen den FC Augsburg eingeleitet.

Dabei war zwei Tage zuvor nicht einmal sicher, ob der 20 Jahre alte «Papa» seinen Dienst weiter auf Schalke oder bei Zenit St. Peterburg verrichten würde. Der russische Spitzenclub lockte ihn mit einem Millionen-Gehalt und wollte Schalke die Freigabe mit einer Ablösesumme von 20 Millionen Euro schmackhaft machen. Doch rechtzeitig vor dem ersten Bundesliga-Heimspiel zog Papadopoulos selbst einen Schlussstrich unter alle Wechselspekulationen und versicherte seine Treue zu Königsblau.

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«Ich will ehrlich sein, es war ein äußerst lukratives Angebot. Natürlich habe ich mich damit beschäftigt.» Doch nach Rücksprache mit der Familie und den Schalker Verantwortlichen entschied der Grieche sich gegen das Geld und folgte seinem Gefühl. «Hier glaubt man an mich», erklärte Papadopoulos, der von den Fans minutenlang gefeiert wurde. Und er fühlte sich im Nachhinein nochmals in seinem Entschluss bestätigt. «Es ist super, wenn die Fans uns feiern und die Mannschaft Erfolg hat. Ich fühle mich sehr wohl hier und bin sicher, dass ich die richtige Entscheidung getroffen habe.»

Aufsichtsratschef Clemens Tönnies verriet in Rheda-Wiedenbrück, dass Schalke den Vertrag mit Papadopoulos in der Vorwoche sogar über 2015 hinaus verlängert habe. «Er wird uns sehr, sehr lange erhalten bleiben», so Tönnies im TV-Sender Sport1. Fast zeitgleich korrigierte Schalke auf der Vereinshomepage die Angaben des vorgepreschten Clubchefs: Fakt sei, dass man sich mit dem Profi darauf verständigt habe, den Kontrakt vorzeitig um ein Jahr bis zum 30. Juni 2016 zu verlängern. Perfekt sei das aber noch nicht. Letzte Details sollen laut Pressesprecher Thomas Spiegel geklärt werden, wenn Papadopoulos von der Länderspielreise zurückkehre.


Der Abwehrrecke überzeugte nicht nur durch sein wuchtiges Kopfballtor, auch hinten räumte er kräftig auf, gewann 79 Prozent seiner Zweikämpfe. Im Gegensatz zu Kapitän Benedikt Höwedes, der 90 Minuten auf der Bank schmorte und wortlos von dannen stapfte, hat Papadopoulos seinen Stammplatz in der Innenverteidigung sicher. Wäre auch noch sein Fallrückzieher (70.) im FCA-Tor gelandet, «hätte ich mich sofort auswechseln lassen», meinte «Papa».

Dem robusten Abwehr-Ass traut Stürmer Klaas-Jan Huntelaar «vier, fünf Kopfballtore» in dieser Spielzeit zu. Doch Papadopoulos will mehr und sagt dem «Hunter» schon mal schmunzelnd den Kampf an: «Ich denke, dieses Jahr schieße ich mehr Tore als Klaas-Jan.» Noch hat der Niederländer, dem in der 72. Minute der Treffer zum 3:0 gelang, in der internen Rangliste allerdings die Nase vorn.

Es sah lange nicht nach einem besonders gelungenen Nachmittag für den Revierclub aus. Behäbig, fehlerhaft im Aufbau und ohne Zug zum Tor agierte die hochgelobte Offensive zunächst und brachte damit Trainer Huub Stevens («Da war ich überhaupt nicht zufrieden») auf die Palme. Augsburg überzeugte durch Kampf, Einsatz und Moral, verwertete seine eigenen Chancen aber nicht. Und geriet dann durch das 2:0 von Jermaine Jones 37 Sekunden nach Wiederanpfiff endgültig auf die Verliererstraße.

«Besonders die ersten 30 Minuten waren sehr ordentlich. In der Halbzeit hatten wir uns vorgenommen, selbst sukzessive weiter unsere Chancen zu suchen. Aber mit dem Tor von Jones war das schon über den Haufen geworfen. Aber insgesamt kann ich meiner Mannschaft keinen Vorwurf machen. Schalke war sehr effektiv», meinte Augsburgs Trainer Markus Weinzierl. Trotz der zweiten Niederlage im zweiten Spiel glaubt er an sein Team, das nach der Länderspielpause im Heimspiel gegen den VfL Wolfsburg gefordert ist. Torhüter Simon Jentzsch sieht seine Elf allerdings schon jetzt in einer «Scheiß-Situation».

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