Staffelei statt Kickstiefel: Ex-Profi Kargus wird 60
Hamburg (dpa) - 15.08.2012, 08:37 Uhr
Rudi Kargus posiert in Hamburg auf einer Kunstausstellung zwischen zwei Gemälden. Foto: Daniel Bockwoldt
Rudi Kargus hat sein Glück gefunden. Während viele Jungs von einer Karriere als Profifußballer träumen, möchte der frühere Nationaltorhüter über seine aktive Zeit nicht mehr viel reden. «Ich bin sehr zufrieden mit dieser Entwicklung, dass nach dem Fußball noch mal was anderes gekommen ist», sagt Kargus vor seinem 60. Geburtstag am Mittwoch. Seine heutige Passion ist die Malerei. «Die Kunst ist ein wichtiger Bestandteil meines Lebens geworden. Ich möchte sie nicht mehr missen», betont der frühere Keeper vom Hamburger SV. Zwischen 1971 und 1990 bestritt der gebürtige Wormser 408 Erst- und 19 Zweitligapartien für den HSV, Nürnberg, Karlsruhe, Düsseldorf und den 1. FC Köln.
Zwei Dekaden Profisport, Training und Paraden auf hartem Boden haben ihre Spuren hinterlassen. «Man muss sich mit den Handicaps arrangieren, die man hat», sagt Kargus ohne Lamentieren. «Dass meine Gelenke im Eimer sind, habe ich akzeptiert.» Mehreren Hüftoperationen musste sich der Vater von zwei erwachsenen Söhnen unterziehen. Drei bis viermal pro Woche geht er ins Fitnessstudio, um Kraft und Kondition zu trainieren. «Aktuell geht es mir sehr gut», berichtet Kargus. Für den HSV stand er in 254 Bundesligaspielen zwischen den Pfosten und prägte die große Ära des Clubs am Ende der 70er Jahre. 1976 holten die Rothosen den DFB-Pokal, im Jahr darauf folgte der Triumph im Europapokal der Pokalsieger. Im Finale gegen den RSC Anderlecht hielt Kargus den Kasten sauber, Georg Volkert und Felix Magath erzielten die Treffer beim 2:0-Erfolg in Amsterdam. Nach einer titellosen Spielzeit folgte die Meisterschaft 1979. «Das war mein erstes Leben», erklärt Kargus, der das Fußball-Kapitel für sich abgeschlossen hat. |