Babel: Der tiefe Fall eines Supertalents
Sinsheim (dpa) - 08.08.2012, 10:24 Uhr
Ryan Babel konnte in Hoffenheim seine Qualitäten bisher noch nicht zeigen. Foto: Uwe Anspach
Die Saisoneröffnung von 1899 Hoffenheim war sinnbildlich für die Lage von Ryan Babel. Der 25-jährige Niederländer gehörte zwar wieder zum Kader des Bundesligisten, nachdem er zuvor bei den Amateuren hatte trainieren müssen. Mitspielen durfte er gegen Betis Sevilla aber nicht. Trainer Markus Babbel wechselte nacheinander elf verschiedene Spieler ein, sogar die beiden Nachwuchskräfte Joseph Gyau und Ahmed Sassi gehörten dazu. Nur Babel nicht, obwohl er früher einmal zu den größten Stürmertalenten Europas gezählt wurde. «Ich wollte sehen, wie sich beide in so einem Spiel präsentieren. Ryan kenne ich ja schon», sagte Babbel trocken. Ryan Babel und 1899 Hoffenheim - das passt nicht zusammen und hat wohl auch keine Zukunft mehr. Der WM-Teilnehmer von 2006 kam im Januar 2011 für knapp sieben Millionen Euro vom großen FC Liverpool zu den Kraichgauern und hatte vorher auch schon für Ajax Amsterdam gespielt. «Ich freue mich auf die neue Aufgabe in Hoffenheim. Meine ersten Eindrücke sind absolut positiv», hatte Babel damals gesagt.
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Mittlerweile aber sind von seinem Trainer seit Wochen nur noch Aussagen zu hören wie: «Er muss mit seinen Fähigkeiten Spiele entscheiden. Ich brauche keine Trainingsweltmeister.» Oder: «Mir ist es zu wenig, was unter dem Strich bei ihm herauskommt.» Babel werde es in der neuen Saison «sehr schwer» haben, sagte Babbel. Der Verein möchte den Flügelstürmer auf jeden Fall verkaufen. Babels Berater Winnie Haatrecht behauptete gegenüber der niederländischen Zeitung «De Telegraaf», dass die Ausbootung seines Schützlings nicht nur sportliche, sondern auch finanzielle Gründe habe. Seinen Angaben zufolge werde sich Babels Vertrag um ein Jahr bis 2014 verlängern und sein Gehalt verdoppeln, wenn er noch vier weitere Bundesliga-Spiele für Hoffenheim absolviere. |