Als die Liga laufen lernt, sind in Hans Schäfer, Helmut Rahn und Morlock noch drei Weltmeister von 1954 am Ball, das Fernsehen ist dagegen anders als heute nicht überall präsent. So gibt es vom ersten Tor der Bundesliga, das der Dortmunder Timo Konietzka am 24. August 1963 nach nur 58 Sekunden in Bremen erzielt, kein Bilddokument. Der erste Skandal lässt nicht lange auf sich warten: Hertha BSC wird 1965 ausgeschlossen, weil der Verein Handgelder an Spieler gezahlt hat. Dafür rückt Tasmania 1900 nach - die Hauptstadt soll, so der Wille des DFB, weiter in der Liga vertreten sein. Die Berliner sind in dieser Rolle völlig überfordert und stellen Negativ-Rekorde auf, die noch heute Gültigkeit besitzen: Wenigste Siege (2), meiste Gegentore (108), meiste Niederlagen (28). Sportlich liefern sich Borussia Dortmund und der TSV 1860 München in der Spielzeit 1965/66 ein Kopf-an-Kopf-Rennen, das Max Merkels «Löwen» für sich entscheiden. Dafür stellt der BVB den besten Scorer: Lothar Emmerich trifft 31 Mal ins Schwarze und damit einmal mehr als der erste Bundesliga-Torschützenkönig Uwe Seeler vom Hamburger SV. Die nächsten beiden Meister hatte vor Saisonbeginn überhaupt niemand auf der Rechnung. Den Minimalisten von Eintracht Braunschweig genügen 1967 magere 49 Tore, um sich zum ersten und einzigen Mal die nationale Krone aufzusetzen. Gleich sieben Partien der von Helmuth Johannsen auf Defensive getrimmten Niedersachsen enden torlos. Ein Jahr später werden viele Namen als Titelkandidaten gehandelt, der des 1. FC Nürnberg ist nicht darunter. Doch unter Merkels Regie vollzieht der «Club» einen Wandel: Der altfränkische Stil ist passé, die Meisterschale Lohn für erfrischenden Angriffsfußball. Der Anfang Dezember 1967 mit 7:3 bezwungene FC Bayern kann ein Lied davon singen - dennoch ist die Wachablösung nicht mehr weit. In der sechsten Saison stehen die Münchner ganz oben und läuten mit ihrem ersten Bundesliga-Titel eine Jahrzehnte währende Dominanz ein. Die Krönung der Elf von Trainer Branko Zebec erfolgt just an dem Tag, an dem 170 Kilometer weiter nördlich die Erstliga-Lichter ausgehen. Für den «Club» kommen die Gegner von nun an aus Heilbronn, Reutlingen und Ingolstadt. Schier endlose neun Jahre vergehen, ehe der Rekordmeister 1978 wieder auf die Bundesliga-Bühne zurückkehrt.
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