Dortmunds Polen-Trio hoch gehandelt
Warschau (dpa) - 14.06.2012, 13:52 Uhr
Robert Lewandowski wird mehr als umworben. Foto: Oliver Weiken
Mal ist es Manchester United, mal Real Madrid, mal der AC Mailand - das Dortmunder Meistertrio in der polnischen Nationalmannschaft sorgt für blühende Spekulationen. Kaum ein EM-Tag vergeht ohne neue Gerüchte über das vermeintliche Interesse europäischer Spitzenclubs an einer Verpflichtung von Robert Lewandowski, Jakub Blaszczykowski oder Lukasz Piszczek - zum Leidwesen der Dortmunder Vereinsführung. Vor allem die Schlagzeilen über Top-Angebote für Torjäger Lewandowski nerven BVB-Geschäftsführer Hans-Joachim Watzke zunehmend: «Wie oft müssen wir eigentlich noch betonen, dass er in jedem Fall bei uns bleibt.» Ähnlich wie zuletzt beim BVB macht das Double-Trio auch im Nationaltrikot von sich reden. Im ersten Spiel gegen Griechenland (1:1) traf Lewandowski, im zweiten gegen Russland (1:1) «Kuba» Blaszczykowski. Für die BVB-Führung ist das Fluch und Segen zugleich. Einerseits steigt der Marktwert der Profis, andererseits das Interesse zahlungskräftiger Clubs. Schießt einer der BVB-Stars den Co-Gastgeber am Samstag im Gruppen-«Endspiel» gegen Tschechien ins Viertelfinale, dürfte der Hype noch zunehmen.
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Profiteur dieser Entwicklung ist Cezary Kucharski. Geschickt nutzt der Berater von Lewandowski seit Wochen jede Gelegenheit, um seinen Schützling im Gespräch zu halten. Unabhängig vom Wahrheitsgehalt kommen ihm Medienberichte über Plaudereien mit José Mourinho (Madrid) oder mit Vertretern des AC Mailand gerade recht. «Mein Manager ist gefragt worden, ob er sich mit Mourinho getroffen habe, weil der in Warschau gesehen wurde. Er hat einen Witz gemacht und gesagt: Klar, und wenn Robert vier Tore bei der EURO macht, holt ihn Mourinho. Daraus ist dann eine Riesensache geworden», kommentierte Lewandowski im «Kicker». Obwohl der drittbeste Bundesliga-Torschütze während der EM Treueschwüre verweigert, zweifelt beim BVB niemand an seinem Verbleib. Schließlich steht er bis 2014 unter Vertrag. Im Wissen, dass sich während der EM das Thema hochschaukeln wird, hatte Watzke schon vor dem Turnierstart eine klare Position bezogen: «Für kein Geld der Welt werden wir Lewandowski abgeben - wir wollen ja keine Bank eröffnen, sondern mit einem starken Team in die Saison gehen.» |