Auf der Anklagebank: Brenos schwerster Gang in München
München (dpa) - 12.06.2012, 13:17 Uhr
Breno muss sich wegen schwerer Brandstiftung vor Gericht verantworten. Foto: Tobias Hase
Es ist der Tiefpunkt einer bislang unerfüllten Karriere. Knapp neun Monate nach dem Feuer in seiner Mietvilla muss sich Fußball-Profi Breno von Mittwoch an wegen des Verdachts der schweren Brandstiftung in München vor Gericht verantworten. Laut Anklage soll der junge Brasilianer das Haus im Münchner Nobel-Vorort Grünwald vorsätzlich angezündet haben - womöglich vor allem aus Frust und Verzweiflung über seine sportliche Misere. Für den Abwehrspieler ist es zum Abschied aus München nach über vier Jahren beim FC Bayern sein schwerster Gang. Rückblick: Am 20. September 2011 kurz nach Mitternacht geht die vom Profi des deutschen Fußball-Rekordmeisters FC Bayern München angemietete Villa in Flammen auf. Augenzeugen schätzen den Feuerball auf 20 Metern Höhe. Rund eine Million Euro Sachschaden entsteht, der Brand liefert Schlagzeilen - und drei Tage nach dem Feuer in dem mit Hallenschwimmbad und Sauna ausgestatteten Haus gerät Breno unter schweren Verdacht.
Die Staatsanwaltschaft München I leitet Ermittlungen gegen den Defensivmann ein. Einen Tag später muss dieser sogar in Untersuchungshaft. Knapp zwei Wochen steckt Breno hinter Gittern, erst dann kommt der Profi wieder auf freien Fuß - gegen Zahlung einer hohen Kaution und unter strengen Auflagen. Nun der Prozess: Als Alptraum endet für den Brasilianer, der vor einem Monat beim FC Bayern offiziell verabschiedet wurde, das erhoffte Fußball-Märchen in München. Dabei hatte alles nach einer Traum-Karriere ausgesehen. Vor viereinhalb Jahren kam Breno Vinicius Borges als viel gepriesenes Abwehrtalent vom FC Sao Paulo nach München. Zwölf Millionen Euro war der damals 18-Jährige den Bayern-Bossen wert - mehr als etwa Weltmeister Luca Toni. «Ich bin überzeugt davon, dass er ein großer Spieler wird und Bayern in Zukunft noch sehr viel Freude an ihm hat», sagte der damalige Münchner Coach Ottmar Hitzfeld. Auch Uli Hoeneß setzte darauf, dass Breno eines Tages zu den besten Abwehrspielern der Welt gehören würde. |