Finanz-Studie: Bundesliga steht glänzend da
Düsseldorf (dpa) - 31.05.2012, 08:06 Uhr
Die Fußball-Bundesliga ist wirtschaftlich bestens aufgestellt.
Die Fußball-Bundesliga ist wirtschaftlich bestens aufgestellt. Das belegt der «Annual Review of Football Finance» des Prüfungs- und Beratungsunternehmen Deloitte. Der Gewinn der Europameisterschaft durch die deutsche Nationalmannschaft würde die guten Aussichten noch verbessern. «Das wäre toll im Hinblick auf die internationale TV-Vermarktung. Vor allem in der Hoffnung, dass auch viele Spieler aus dem EM-Team in der Bundesliga zu sehen sind», sagte Stefan Ludwig, Leiter der Sport Business Gruppe von Deloitte Deutschland. Denn besonders im Bereich der Auslandsvermarktung sieht er für das Produkt Bundesliga noch Nachholbedarf im Vergleich zu anderen europäischen Spitzenligen wie der englischen Premier League und der italienischen Serie A. Doch auch ohne Titel steht die deutsche Elite-Klasse Ludwigs Ansicht nach derzeit wirtschaftlich bestens da. Das belegt die Studie «Annual Review of Football Finance», die Deloitte am Donnerstag vorstellte. Zum 21. Mal untersuchte das Prüfungs- und Beratungsunternehmen die Finanzdaten im europäischen Spitzenfußball. Grundlage waren die Zahlen aus der Saison 2010/11.
«Der zusätzliche Champions-League-Platz ab der Saison 2012/13 und die Steigerung der Erlöse aus der nationalen Medienvermarktung ab 2013/14 um 50 Prozent wird das beeindruckende Wachstum der Bundesliga weiter begünstigen», glaubt Ludwig. Auch die starke Wirtschaft in Deutschland im Vergleich zu den europäischen Nachbarländern trägt mit zu den guten Aussichten bei. «Das ist ein ganz, ganz großer Vorteil», meinte der Experte. Schon jetzt ist die Bundesliga in den Bereichen Zuschauerzahlen, Profitabilität und kommerzielle Erlöse (Sponsoring, Hospitality, Merchandising etc.) spitze. In Sachen Umsatz bleibt allerdings die Premier League unangefochten Europas Champion - unter anderem auch wegen der deutlich höheren Erlöse aus der Vermarktung im Ausland. Laut Deloitte stiegen die Gesamteinnahmen der 18 Bundesliga-Clubs um fünf Prozent auf 1,746 Milliarden Euro. Die Premier League kam auf umgerechnet 2,515 Milliarden Euro. Die spanische Primera Division (1,718 Milliarden Euro) hielt dank Real Madrid und dem FC Barcelona noch mit. Die Serie A (1,553) und die französische Ligue 1 (1,04) folgten in dem Ranking der Big-Five-Ligen auf den Plätzen vier und fünf. |