Herthas Marcelinho lenkt ein
Berlin (dpa) - 05.04.2005, 16:45 Uhr
Der Berliner Marcelinho jubelt im Dress der Herthaner.
Nach Aufforderung von Hertha BSC hat Berlins Marcelinho im Streit mit Kapitän Arne Friedrich eingelenkt. «Das Thema ist vom Tisch. Marcelinho hat sich entschuldigt. Arne hat die Entschuldigung angenommen. Die Mannschaft hat es akzeptiert», berichtete Dieter Hoeneß. Eine knappe Stunde hatte der Manager des Fußball-Bundesligisten Hertha BSC nochmals die Lage mit den streitenden Parteien und dem Team erörtert. Marcelinho war beim Spiel in Dortmund gegen Friedrich handgreiflich geworden. Um eine interne Strafe, wahrscheinlich eine Spende für wohltätige Zwecke, wird Marcelinho nicht herum kommen. «Wir haben ganz klar angesprochen, dass wir Auseinandersetzungen in dieser Form nicht dulden», sagte der Manager. Es gehe hier nicht um persönlichen Stolz, sondern nur um das Team. Nach einer Zusammenkunft des Mannschaftsrates sollen Marcelinho und Friedrich laut Hoeneß die Angelegenheit schließlich aus der Welt geschafft haben. Demonstrativ liefen beide Profis gemeinsam zum Training. Der Manager verteidigte zwar die Sonderrolle, die der 29-jährige Marcelinho auf Grund seiner Fähigkeiten im Team eingeräumt bekommt. «Er ist ein außergewöhnlicher Spieler.» Aber gerade deshalb müsse er «die Verantwortung auch spüren, die er trägt», betonte Hoeneß.
Bisher hatte Hertha immer kulant auf alle Verfehlungen des exzentrischen Brasilianers reagiert, ob Marcelinho stark alkoholisiert und viel zu schnell am Steuer gestellt wurde, ausgiebig Karneval feierte oder eigenmächtig in die Heimat reiste. Nach dem jüngsten «Vorfall» aber hatten die Hertha-Verantwortlichen eine klare Erklärung von Marcelinho eingefordert, um den nach der vergangenen Pleite-Saison mühesam aufgebauten Teamfrieden nicht zu gefährden. Eine Trennung wie im Fall des ehemaligen Bochumers Sunday Oliseh, der im März vergangenen Jahres seinem Vereinkollegen Vahid Hashemian das Nasenbein gebrochen hatte und daraufhin freigestellt worden war, war bei Marcelinho nie ein Thema. «Man soll das auch nicht zu hoch bewerten», erklärte Hoeneß. «Marcelo ist ein Vollblut-Fußballer, Arne auch.» Trainer Falko Götz will nun seinen wichtigsten Spieler (12 Saisontore) «nach dem Ausrutscher wieder in die richtige Bahn bringen».
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