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Bayern souverän im Endspurt - Schalke hält mit

Düsseldorf (dpa) - 03.04.2005, 19:30 Uhr

Bayerns Torschützen Bastian Schweinsteiger (l) und Roy Makaay jubeln gemeinsam.
Bayerns Torschützen Bastian Schweinsteiger (l) und Roy Makaay jubeln gemeinsam.

Langeweile wird es bis zum Finale der 42. Saison der Fußball-Bundesliga nicht geben. Der FC Bayern München und der punktgleiche FC Schalke 04 haben im VfB Stuttgart, der Titelverteidiger Werder Bremen mit 2:1 abgeschlagen hat, einen ernsthaften Rivalen erhalten.

Spannend bleibt auch der Kampf um die internationalen Plätze, da dem Hamburger SV (1:1 in Freiburg) und Bayer 04 Leverkusen (0:1 in Bielefeld) die Puste auszugehen droht. Hertha BSC patzte ebenfalls und verlor bei UI-Cup- Aspirant Borussia Dortmund 1:2.

Auch am Tabellenende ist die Messe noch nicht gelesen: Mit dem 2:0 gegen den FSV Mainz 05 schürte Hansa Rostock weiter die Hoffnung auf ein Fußball-Wunder, obwohl dem VfL Bochum bei Borussia Mönchengladbach nach 0:2-Rückstand noch ein 2:2 gelang. Bochums zehnte Auswärtsniederlage hintereinander verhinderte ein Eigentor des Gladbachers Marcelo Pletsch in letzter Sekunde. Bochum ist vor Rostock wieder Sechzehnter.

Nach zweiwöchiger Pflichtspiel-Pause verteidigten die Bayern mit einer abgebrühten Vorstellung beim 3:0 gegen den VfL Wolfsburg die Tabellenführung erfolgreich und erhielten Rückenwind für den Champions-League-Hit beim FC Chelsea. Für Bayern-Trainer Felix Magath war es «ein riesiger Schritt zur Meisterschaft». Etwas abwägender äußerte sich sein Starspieler Michael Ballack: «Das Restprogramm ist nicht schlecht. Aber es kann noch viel passieren. Schalke hat gewonnen, Stuttgart hat gewonnen, so bleibt es natürlich eng.»

Während die Münchner einer lösbaren Heimpartie gegen die fast geretteten Mönchengladbacher entgegenblicken, müssen sich die Verfolger Schalke und Stuttgart im Schlagerspiel des 28. Spieltags gegenseitig die Punkte abjagen. «Das wird eine schöne Trainingswoche für uns», sagte Schalke-Chefcoach Ralf Rangnick. Nach dem klaren, aber glanzlosen 4:1 gegen den 1. FC Nürnberg muss er sich vor dem Gastspiel bei den Schwaben um die Motivation nicht sorgen. «Wenn du dort bestehst, hast du einen Riesenschritt gemacht», meinte Schalke- Torwart Frank Rost und prophezeite: «Das wird ein schönes Spiel.»


Für VfB-Trainer Matthias Sammer war dies schon beim Erfolg in Bremen, mit dem die Stuttgarter zum Titel-Mitfavoriten avancierten, der Fall. «Wir sollten uns damit nicht beschäftigen», sagte Sammer, «die anderen beiden sind viel zu weit weg.» Es sind aber nur fünf Punkte. Während der Stuttgarter Coach aufkeimende Euphorie bremsen will, kämpfen die Werder-Profis nun gegen die Angst, noch weiter abzusacken. «Wir müssen sehen, nicht weiter an Boden und die Plätze vier und fünf aus den Augen zu verlieren», warnte Werder-Manager Klaus Allofs nach dem Rückschlag im eigenen Stadion.

Die Furcht, nach den noch ausstehenden sieben Spielen nicht auf einen Europacup-Platz zu stehen, geht auch in Leverkusen und Hamburg um. In beißenden Sarkasmus flüchtete sich Bayer-Trainer Klaus Augenthaler nach der 0:1-Pleite bei Arminia Bielefeld: «So, wie wir heute gespielt haben, können wir froh sein, beim Vorbreitungsturnier auf Gran Canaria dabei zu sein.» Nur drei Siege in 14 Auswärtsspielen und Rang sieben sind die Zwischenbilanz des einstigen Champions-League-Finalisten. Aufsteiger Bielefeld dürfte als Tabellen-Zwölfter mit 35 Punkten keine Abstiegssorgen mehr haben.

Verflogen ist die Leichtigkeit des Fußball-Seins beim HSV, der sich mit dem 1:1 bei «Schlusslicht» SC Freiburg ein Armutszeugnis ausstellte. Dass Sergej Barbarez den siebten Platzverweis seiner Bundesliga-Karriere erlebte, rundete das negative Bild ab. «Das war kein schöner Nachmittag», ärgerte sich HSV-Trainer Thomas Doll. Für Freiburg hingegen geht es nur noch um einen Abschied mit Anstand. «Wir wollen uns so gut wie möglich verkaufen», so Stürmer Samuel Koejoe.

Die erste Heimniederlage gegen Hannover 96 (0:2) nach neun Spielen sorgte beim 1. FC Kaiserslautern schon wieder für Untergangsstimmung und «Jara raus»-Rufe. Der ungerechtfertigte Zorn der Fans gegen Coach Kurt Jara ließ ihn noch einmal an der geplanten Vertragsverlängerung bei den Pfälzern zweifeln. «Ich mache mir meine Gedanken», meinte der Österreicher. Er fühlte sich als falscher Adressat des Unmuts. Schließlich hatte Führungsspieler Ciriaco Sforza die Erwartungen auf einen UEFA-Cup-Platz geschürt und mit seinen Kollegen die Partie gegen Hannover verbockt. «Mit solchen Leistungen haben wir im UEFA-Cup absolut nichts zu suchen», schimpfte Jara.

Auf eine wundersame Wende hoffen nach dem 2:0 gegen Mainz wieder die Rostocker. «Jetz haben wir es wieder selbst in der Hand, den Abstieg noch abzuwenden», freute sich Hansa-Trainer Jörg Berger nach dem zweiten Saison-Heimerfolg. Fünf Punkte ist seine Mannschaft allerdings immer noch vom rettenden 15. Platz entfernt. «Jetzt ist alles möglich», hofft Rostocks Spieler Thomas Rasmussen dennoch.

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