Das allerdings zeigte Preetz zuletzt nur während der Spiele, die meist mit einer Berliner Pleite endeten. Zwischen den Partien blieb er oft in Deckung: Unter der steigenden Anspannung vermochte es der auch für die Außendarstellung des Clubs zuständige Preetz nicht, die durch den Wiederaufstieg 2011 erzeugte optimistische Ausstrahlung rund um Hertha zu erhalten. Preetz ist als Geschäftsführer Sport der Verantwortliche für Erfolg und Misserfolg. Nicht jede seiner Entscheidungen habe gesessen, hatte er bereits eingeräumt. Seine Kritiker drücken es anders aus: Preetz hätte als Bundesliga-Manager nicht das nötige Format, er müsste weg. «Wer mich kennt, weiß: Ich bin keiner, der wegläuft», betonte der Manager dann immer wieder. Präsident Werner Gegenbauer, der engste Vertraute, will mit Preetz weitermachen. Preetz wirkt verletzt, fühlt sich manchmal unverstanden. So als der reaktivierte 73-jährige Otto Rehhagel in Berlin mit Skepsis empfangen wurde, nachdem Preetz den Versuch mit Chefcoach Michael Skibbe als «Fehler» abgebrochen hatte. Dabei treibt Preetz eigentlich «eine tiefe Sehnsucht nach Kontinuität». Doch zu viel lief schief. Die unrühmliche Trennung von Babbel riss tiefe Narben. Der Otto-Effekt war nur kurz, Rehhagel schottete Hertha noch mehr ab. Das Resultat: Noch mehr Skepsis, noch mehr negative Energie. Nach seiner aktiven Karriere hatte Herthas Rekordtorschütze Preetz sechs Jahre im Schatten des allmächtigen Dieter Hoeneß geduldig auf seine Chance gewartet. Unter «schwierigsten Bedingungen» - anders als Hoeneß durfte Preetz nie größeres Geld für Transfers ausgeben - versuchte er, Hertha ein neues Image zu geben. «Wir dürfen auch ein sympathischer Verein sein», hatte der Manager einmal formuliert und mit einem offenen Führungsstil seine Mitarbeiter für sich gewonnen. Doch bei 35 Millionen Euro und mehr Schulden waren die Spielräume bei den wichtigen Entscheidungen klein. Fehler werden da noch gnadenloser bestraft: «Das ist schon ein Spagat», meinte Preetz. Nach seinem ersten Manager-Jahr musste Hertha in Liga zwei, nur 24 Monate später droht der nächste Absturz. Beschäftigen will sich Preetz mit Abstiegsszenarien noch nicht: «Sie werden verstehen, dass wir uns vor dem entscheidenden Spiel nicht an diesen Szenarien beteiligen.»
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