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Niedersachsen-Duell um Europa

Hannover (dpa) - 03.05.2012, 11:32 Uhr

96-Coach Mirko Slomka (l) und Wolfsburgs Trainer Felix Magath kämpfen um den letzten Europa-League-Platz. Foto: Jochen Lübke
96-Coach Mirko Slomka (l) und Wolfsburgs Trainer Felix Magath kämpfen um den letzten Europa-League-Platz. Foto: Jochen Lübke

Dass es um die Vorherrschaft in Niedersachsen geht, ist für Hannover 96 und den VfL Wolfsburg nebensächlich. Dass es um den letzten Platz in der Europa League geht, verleiht dem Fernduell der beiden Nachbarclubs am letzten Spieltag der Fußball-Bundesliga die eigentliche Brisanz.

Hannover 96 ist als Siebter im Vorteil und hat es selbst in der Hand, mit einem Heimsieg gegen Absteiger 1. FC Kaiserslautern zum zweiten Mal hintereinander die internationale Bühne zu betreten. «Jetzt müssen wir die AWD-Arena rocken», forderte Trainer Mirko Slomka.

Am Samstag um 17.20 Uhr vor dem reichen Nachbarn zu stehen, das täte Hannover 96 besonders gut. Das Werksteam des Volkswagen-Konzerns hat alleine an Ablösezahlungen für 20 neue Spieler mehr Geld ausgegeben als 96 für den Etat seiner Profis insgesamt zur Verfügung hat. Aber nur mit einem Sieg im 50. Saisonspiel wäre das zuletzt schwächelnde Slomka-Team auf der sicheren Seite und unabhängig vom Ausgang des Wolfsburger Spiels beim VfB Stuttgart. Der angekündigte Abschied von Erfolgsmanager Jörg Schmadtke hat in Hannover für viel Unruhe zur Unzeit gesorgt.

Deshalb hat der VfL bei einem Punkt Rückstand die Qualifikation für die Europa League noch nicht ganz abgehakt. Volkswagen-Chef Martin Winterkorn hat «eine kleine Hoffnung, dass es am Samstag doch noch klappen könnte». Noch etwas optimistischer zeigte sich VfL-Coach Felix Magath, der auf die Mithilfe des Tabellenletzten setzt. «Lautern hat schon gezeigt, dass es die Saison noch nicht abgeschrieben hat», sagte der Coach. «Ich bin davon überzeugt, dass Krassimir Balakov dieses Spiel noch gewinnen will», erklärte er mit Verweis auf Kaiserslauterns Coach.

Der Heimsieg gegen Werder Bremen hat die Zuversicht bei Magath gestärkt. «Wir haben gezeigt, dass wir da oben hingehören. Mit solch einer Leistung sehe ich auch in Stuttgart eine Chance, uns im Rennen um die Europa-League-Plätze zu halten», sagte der VfL-Trainer. Er muss den verletzten Ashkan Dejagah ersetzen. Die Schwaben haben ihren Europapokal-Start zwar bereits sicher, aber nichts zu verschenken. Der VfB kämpft im Fernduell mit Leverkusen um Platz fünf.


Die im eigenen Stadion noch ungeschlagenen Hannoveraner setzen auch gegen Kaiserslautern auf den Heimvorteil. «Wir haben alles noch in eigener Hand», sagte 96-Spielmacher Jan Schlaudraff: «Wir wollen diese tolle Saison natürlich krönen.» Allerdings war zuletzt nicht zu übersehen, dass den vielbeschäftigten Profis langsam die Luft ausgeht. «Da braucht man zusätzliche Kraft durch die Fans», forderte Schlaudraff die Unterstützung von den Rängen.

Auch Werder Bremen (gegen Schalke 04) und der 1. FC Nürnberg (gegen Bayer Leverkusen) haben noch eine Mini-Chance auf Rang sieben. Beide Teams liegen drei Punkte hinter Hannover 96 und weisen eine um drei Treffer schlechtere Tordifferenz auf. Verliert 96 zu Hause und gewinnt der VfL nicht in Stuttgart, könnten Werder oder der Club mit Heimsiegen das Niedersachsen-Duo aus den Europapokal-Rängen verdrängen.

«Wenn es doch noch irgendwie reichen würde, wüsste ich gar nicht, bei wem wir uns alles bedanken müssten», sagte Werder-Clubchef Klaus Allofs. Die Hanseaten sind seit acht Partien ohne Sieg und dennoch im Rennen. «Mal sehen, was der Fußball-Gott noch in seiner Tüte hat», beurteilte Nürnbergs Trainer Dieter Hecking die spannende Situation vor dem Finale.

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