Alle Spiele live sowie in Konferenzen darf weiterhin der Pay-TV-Sender Sky zeigen. Der Premiere-Nachfolger sicherte sich sogar die Rechte für die Verbreitung seines Bundesliga-Paketes auf allen Internetwegen und stach damit den Konkurrenten Telekom aus, der kräftig mitgeboten hatte. Das Angebot «Liga total», das die Telekom derzeit über IPTV ausstrahlt, gibt es daher nur noch bis zum Ende der kommenden Saison. Neu sind die Web-Clips, die sich der Springer-Verlag gesichert hat. Diese Video-Zusammenfassungen einzelner Spiele im Internet sollen über die Plattform «bild.de» eine Stunde nach Schluss der Partien gegen Bezahlung ausgestrahlt werden. Nach Mitternacht ist eine freie Übertragung möglich. Die Liga entschied sich bei der Vergabe der audiovisuellen Medienrechte dieses Mal erneut für die sichere Variante. Nach den schlechten Erfahrungen mit der Kirch-Krise und den Flops mit dem einjährigen Arena-Gastspiel sowie dem geplatzten Sirius-Deal blieben die Vereine bei den wichtigsten Partnern. Den 50-Prozent-Aufschlag hat die Liga vor allem dem Pay-TV-Sender Sky zu verdanken, der sich mit der Telekom ein Wettbieten lieferte. «Der Treiber ist in den Live-Rechten zu suchen», sagte Seifert. Sky zahlt nach eigenen Angaben durchschnittlich 485,7 Millionen Euro pro Saison. Die ARD als zweitgrößter Zahlmeister gibt hingegen lediglich knapp zehn Prozent mehr aus - derzeit sind es rund 100 Millionen Euro pro Saison. Das ZDF zahlt nach dpa-Informationen knapp über zwanzig Millionen Euro, Springer und Sport1 jeweils mehr als 5 Millionen. «Wir werden jetzt die Verteilung der Erlöse auf die Tagesordnung setzen», kündigte Rauball an. «Ich verspreche, dass wir einen strukturierten und durchdachten Prozess in Gang setzen, bei dem der Leistungsgedanke und das Solidaritätsprinzip der Profi-Familie zum Tragen kommen.» Bisher sieht der Verteilungsschlüssel vor, dass der Erste einer Vierjahres-Tabelle etwa doppelt soviel Geld erhält wie der Letzte. Bayern München erhielt aus den Einnahmen der Inlandsverwertung nach der vergangenen Saison 24,69 Millionen Euro, Absteiger St. Pauli kassierte immerhin noch 12,35 Millionen. Dazu erhalten die Clubs Anteile aus der Auslandsvermarktung, die von der Saison 2012/13 an bei insgesamt 70 Millionen Euro liegen soll. Bei den Gesamteinnahmen im In- und Ausland liegt die Bundesliga mit dann 700 Millionen Euro noch klar hinter der englischen Premier League (1,3 Milliarden), aber ungefähr gleichauf mit der spanischen Primera División. Mit der deutlichen Einnahmesteigerung hat die DFL auch die bisherigen Kritiker aus München zufriedengestellt. «Karl Hopfner ist im Vorstand, und der hat einstimmig entschieden», berichtete Rauball: «Das beantwortet die Frage, ob die Bayern zufrieden sind.» Bayern-Boss Karl-Heinz Rummenigge bezeichnete das neue Vertragswerk als «Meilenstein in der Geschichte der Fußball-Bundesliga». Die deutschen Clubs gewinnen nach seiner Meinung dadurch an Wettbewerbsfähigkeit. Nach Ansicht von Hans-Joachim Watzke, Geschäftsführer des deutschen Meisters Borussia Dortmund, werde die ganze Liga davon profitieren. Der gesamte Vergabeprozess hat rund 20 Monate gedauert, die heiße Phase knapp zwei Wochen. Seifert, sein Kollege Jörg Daubitzer und einige Juristen waren dafür von der DFL-Zentrale in den «Hessischen Hof» in Frankfurt umgezogen, wo sie die Angebote der 15 Interessenten verglichen und durchrechneten. Die Anstrengungen haben sich gelohnt.
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