Trotz des schweren Restprogramms der Borussia, die an den kommenden beiden Spieltagen beim Dritten Schalke und gegen den Vierten Mönchengladbach antreten muss, spricht viel für eine erfolgreiche Titelverteidigung. Noch nie verspielte ein Team seit Einführung der Drei-Punkte-Regel ein solches Polster. Darüber hinaus egalisierte der BVB mit 24 Spielen in Serie ohne Niederlage binnen einer Saison den Bundesliga-Rekord von Bayer Leverkusen aus der Spielzeit 2009/10. Im prestigeträchtigen Derby am Samstag beim Erzrivalen aus Gelsenkirchen steht nach Einschätzung von Hummels der nächste Kraftakt bevor. «Das wird für uns ähnlich wie heute für die Bayern. Der Gegner wird uns hassen, und das ganze Stadion wird gegen uns sein - das macht richtig Spaß, das sind die schönsten Spiele», sagte der ehemalige Münchner schmunzelnd. Arjen Robben schob dagegen Frust. Der Niederländer wurde zur tragischen Figur des Giganten-Gipfels. Sowohl beim Elfmeter als auch bei einem Schuss aus vier Metern über das leere Tor Sekunden vor dem Ende zeigte der routinierte Vize-Weltmeister Nerven. Zudem hob er beim 1:0 von Lewandowski die von der Bayern-Abwehr initiierte Abseitsfalle auf. Die anschließende Kritik des Sky-Experten Franz Beckenbauer, wonach der gefoulte Robben besser nicht zum Elfmeter angetreten wäre, ließ Bayern-Coach Jupp Heynckes kalt: «Im Fußball passieren solche Dinge. Er ist ein sicherer Elftmeterschütze, ich mache ihm keinen Vorwurf.» Zu allem Überfluss musste Robben auch noch die Vorwürfe von Weidenfeller ertragen. Im Gegensatz zu Schiedsrichter Knut Kircher und den meisten Experten wertete der von den BVB-Fans als Held des Abends gefeierte Keeper seine ungestüme und unnötige Attacke nicht als elfmeterreif und bezichtigte den Münchner Angreifer der Schauspielerei: «Die Fairness hat gesiegt. Ich habe ihn nicht berührt, und er hebt, wie er es immer gern macht, mit beiden Füßen ab.» Wie tief bei den Bayern der Frust über die Niederlage saß, ließ Bastian Schweinsteiger erkennen. Nach nur kurzem Kabinenaufenthalt flüchtete der erst in der 61. Minute eingewechselte Nationalspieler wortlos in den Mannschaftsbus. Christian Nerlinger wirkte auch am Tag danach noch sichtlich angeschlagen. «Das war eine kurze Nacht. Ich habe nicht in den Schlaf gefunden», räumte der Sportdirektor ein. Trotz der ersten Niederlage nach zuvor neun siegreichen Pflichtspielen befürchtet jedoch kein Bayern-Profi negative Auswirkungen auf das Champions-League-Halbfinale am kommenden Dienstag gegen Real Madrid. «Wir haben es in der Vergangenheit immer gut hinbekommen, Wettkampf für Wettkampf anzugehen», erklärte Bayern-Kapitän Philipp Lahm.
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