Seeler und Schulz glauben an HSV-Rettung
Hamburg (dpa) - 26.03.2012, 17:12 Uhr
Die Hamburger Heung-Min Son (l) und Marcus Berg konnten die Niederlage in Wolfsburg nicht verhindern. Foto: Peter Steffen
Die sportliche Lage ist ernst, doch die HSV-Idole Uwe Seeler und Willi Schulz glauben nicht an ein Horror-Szenario. Für die einstigen Nationalspieler steht fest: Den ersten Abstieg in der Geschichte des ruhmreichen Hamburger SV wird es nicht geben. «Spieler und Verein haben erkannt, dass es zwölf Uhr geschlagen hat. Dieser Situation wird sich der HSV stellen. Deshalb glaube ich, dass es am Ende reicht, auch wenn es knapp wird», sagte der frühere Abwehr-Haudegen Schulz der Nachrichtenagentur dpa. Auch «Uns Uwe» Seeler meint, dass der einzige seit Liga-Gründung 1963 ständig dem Fußball-Oberhaus zugehörige Club in den ausstehenden sieben Saisonspielen die Kurve kriegt und «unabsteigbar» bleibt. Vier Siege und drei Unentschieden tippte Daueroptimist Seeler in der «Bild» und wurde so zitiert: «Mein HSV bleibt drin.» Skeptischer äußerte sich «Kaiser Franz» Beckenbauer, der von 1980 bis 1982 auch das HSV-Trikot getragen hat. «Es schaut nicht so rosig aus. Ich würde es (Abstieg) bedauern. Aber ich drücke dem HSV die Daumen.»
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Für Seeler, wie Beckenbauer Ehrenspielführer der deutschen Nationalmannschaft, ist es wichtig, dass sein auf den Relegationsrang abgestürzter Verein im Abstiegsduell am Samstag bei Schlusslicht 1. FC Kaiserslautern die Wende herbeiführen kann. Zuletzt holten die Hamburger nur einem Punkt aus den vergangenen sechs Partien. Seeler tippt auf ein 2:1 für den Tabellen-16. Auch Schulz erwartet einen Erfolg am Betzenberg - sofern die Einstellung stimmt: «Man sagt ja: Gefahr erkannt, Gefahr gebannt. Wenn man die Sache richtig angeht, wovon ich ausgehe, dann glaube ich an drei Punkte in Kaiserslautern.» Wie Ex-Manager Günter Netzer («es ist absurd und fahrlässig, wenn man Tabellenrang 16 positiv verkauft»), fordert «Worldcup-Willi» Schulz ein Ende des beim norddeutschen Traditionsvereins weit verbreiteten Schönredens. «Natürlich ist die Substanz im Spielerkader eigentlich zu gut, um etwas mit dem Abstieg zu tun zu haben. Aber mit Reden hat sich noch kein Club gerettet. Einsatz und Wille müssen schon da sein», ergänzte Schulz. Er selbst war als Profi in den 60er und 70er Jahren bei Schalke 04, dem HSV und in der DFB-Auswahl als resoluter Abwehrchef stets mit gutem Beispiel vorangegangen - und genau das erwartet er nun auch von seinen Nachfolgern im HSV-Team. |