Podolski beklagt Konzeptlosigkeit - Strafe droht
Köln (dpa) - 12.02.2012, 16:33 Uhr
Ob Lukas Podolski beim 1. FC Köln verlängert, steht weiter in den Sternen. Foto: Rolf Vennenbernd
Lukas Podolski droht nach seinem Frust-Interview großer Ärger mit seinem Arbeitgeber 1. FC Köln. Der Nationalspieler hat seinem Verein Konzeptlosigkeit vorgeworfen und muss jetzt laut FC-Geschäftsführer Claus Horstmann mit Konsequenzen rechnen. «Wenn man schaut, welche Perspektiven mir aufgezeigt wurden und was am Ende dabei rausgekommen ist, ist das enttäuschend», klagte der Fußball-Nationalspieler in einem Interview der «Bild am Sonntag» und machte seinen Fans damit wenig Hoffnung auf eine Verlängerung seines 2013 auslaufenden Vertrags. «Hier fehlt Kontinuität. Regelmäßig werden Trainer, Sportdirektor und jetzt auch das Präsidium ausgetauscht. Klar gesagt: So kann langfristig nichts entstehen», schimpfte der Publikumsliebling weiter. FC-Geschäftsführer Horstmann zeigte wenig Verständnis für Podolskis öffentliche Kritik. «Das ist ein Affront gegen den Verein. Zeitpunkt und Inhalt dieses Interviews kommen für mich sehr überraschend. Wenn man selbst immer Ruhe einfordert, in dieser Situation als verletzter Spieler ein solches Interview zu geben - dieses Selbstverständnis erschließt sich mir nicht», sagte Horstmann dem Kölner «Express».
Podolski habe «gegen die Spielregeln verstoßen» und muss laut Horstmann mit Konsequenzen rechnen. «Die Aussagen kommen ja nicht zum ersten Mal, aber zu einer für den Spieler und für den Verein denkbar ungünstigen Zeit. Mir ist nicht ganz klar, welche Absicht dahinter steckt. Aber das ist zum wiederholten Mal ein klarer arbeitsvertraglicher Verstoß, den wir sanktionieren werden», sagte Horstmann. Im Gegensatz zu den ambitionierten Plänen der Clubführung habe sich beim FC seit seiner Rückkehr aus München im Jahr 2009 wenig geändert, hatte Podolski moniert. «Christoph Daum hat mal gesagt, dass viel versprochen und wenig gehalten wurde. Ich sehe mich darin bestätigt. Mittlerweile sieht der Mittelfeldspieler die Entwicklung des Traditionsclubs ähnlich kritisch wie der ehemalige Coach Daum: «Mir wurde gesagt, dass man um mich herum ein Team aufbauen will, dass sich unter den Top 8 und später unter den Top 6 der Liga etablieren soll.» |