Labbadia beim VfB aus der Schusslinie
Stuttgart (dpa) - 12.02.2012, 14:40 Uhr
Stuttgarts Coach Bruno Labbadia hat gegen Hertha BSC alles richtig gemacht. Foto: Jan-Philipp Strobel
Bruno Labbadia hat alles richtig gemacht. Der nach einer Negativserie stark in die Kritik geratene Coach des VfB Stuttgart griff vor dem Schlüsselspiel gegen die gleichfalls taumelnden Berliner zu ein paar Kunstgriffen - und alle zahlten sich aus. Labbadia begnadigte einen Stürmer, änderte das System und hatte unter der Woche mit einer Strafpredigt seine Schützlinge zusammengestaucht. Nach dem spektakulären Schützenfest gegen Hertha BSC kletterten die Schwaben ins gesicherte Mittelfeld der Fußball-Bundesliga - und Labbadia rettete sich aus der Schusslinie. «Das war kein Druck für mich. Ich arbeite gerne beim VfB», versicherte Labbadia, dass ihn die immer bedrohlichere Lage nicht beunruhigt habe. «Im letzten Jahr herrschte Druck, weil es da um die Existenz ging.» Faktisch hatten die sieben sieglosen Punktspiele und der peinliche und pomadige Auftritt bei der Pokal-Pleite gegen Bayern München dem Strahlemann trotz gegenteiliger Beteuerungen sichtlich zugesetzt. Der 5:0 (4:0)-Sieg nach phasenweise begeisterndem Offensivfußball gegen einen grottenschlechten Gegner war für Labbadia auch ein persönlicher Befreiungsschlag.
Labbadias Erziehungsmaßnahmen fruchteten: Er hatte Martin Harnik zuletzt zweimal aus der Startelf gestrichen, weil er die laschen und lustlosen Auftritte seines talentierten Stürmers nicht länger dulden wollte. «Der Martin hat eine Pause und einen Tritt gebraucht», begründete der ehemalige Torjäger und jetzige Fußball-Lehrer seine Sanktion. «Jetzt hat er drei Tore gemacht, weil er wieder über die Arbeit gekommen ist.» Der wieder in die Startelf gerückte Harnik trumpfte mit seinem Dreierpack besonders stark auf. «Martin hat das sehr, sehr gut gemacht», lobte Labbadia den Österreicher. Harnik strich den begeisternden Auftritt der gesamten Mannschaft heraus: «Wir haben uns in einen Rausch gespielt.» |