Hoffenheim: Keine Geduld mit Trainer Stanislawski
Zuzenhausen (dpa) - 09.02.2012, 12:31 Uhr
Das Experiment Hoffenheim ist für Trainer Holger Stanislawski vorbei. Foto: Uwe Anspach
Fußball-Bundesligist 1899 Hoffenheim hat nicht viel Geduld mit Holger Stanislawski bewiesen und dem Trainer nach nicht einmal acht Monaten den Stuhl vor die Tür gesetzt. Einen Tag nach dem Pokal-Aus gegen den Zweitligisten SpVgg Greuther Fürth gaben die Nordbadener die Trennung von dem 42-Jährigen bekannt. Als heißester Nachfolgekandidat gilt Markus Babbel, der am 18. Dezember bei Hertha BSC gefeuert worden war. «Wir schätzen Holger Stanislawski als Menschen und als fachkundigen Trainer. Doch nach einem langen, konstruktiven Gespräch mit ihm sind wir zu dem Entschluss gekommen, dass es besser ist, die Zusammenarbeit im Interesse aller Beteiligten zu beenden», erklärte Manager Ernst Tanner in einer Pressemitteilung. «Die jüngsten sportlichen Entwicklungen waren hierfür sicherlich ausschlaggebend.»
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Stanislawski, der langjährige Coach des FC St. Pauli, betreute 1899 erst seit Beginn dieser Saison und hatte ursprünglich einen Vertrag bis zum 30. Juni 2014. Die Hoffenheimer waren mit 0:1 gegen Fürth im DFB-Pokal-Viertelfinale ausgeschieden. Bereits nach dem 2:2 gegen den FC Augsburg hatte Stanislawski heftig seine Spieler kritisiert und erste Zeichen von Resignation gezeigt. In der Liga hatte sein Team aus den letzten zehn Spielen nur einen Sieg geholt und die letzten fünf Heimspiele nicht mehr gewonnen. Stanislawski scheiterte auch am mächtigen Mäzen Dietmar Hopp. Der Milliardär hatte einerseits einen Sparkurs ausgerufen. So wurden Leistungsträger wie Demba Ba, Chinedu Obasi und Vedad Ibisevic verkauft. Andererseits wollte Hopp nicht mit ansehen, wie die Hoffenheimer sich allmählich zum Abstiegskandidaten entwickelten. Noch am 30. Januar hatte der SAP-Mitbegründer in einem «Kicker»-Interview gemahnt: «Wir müssen Geduld haben, das habe ich auch Stani gesagt. Und ich hoffe, Stani ist in acht Jahren noch hier.» |