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Meisterkrimi: Bundesliga spannend wie selten

Düsseldorf (dpa) - 27.01.2012, 14:04 Uhr

Mario Gomez will die Bayern mit seinen Toren weiter an der Tabellenspitze halten. Foto: Bernd Weißbrod
Mario Gomez will die Bayern mit seinen Toren weiter an der Tabellenspitze halten. Foto: Bernd Weißbrod

Achtung, Hochspannung! Das dichte Gedränge an der Tabellenspitze der Fußball-Bundesliga verspricht den packendsten Meisterkrimi seit 20 Jahren. Vor dem zweiten Rückrundenspieltag gab es zuletzt in der Saison 1991/1992 eine ähnlich enge Konstellation.

Damals wie heute liegen drei punktgleiche Teams vorn, damals wie heute rangiert der Verfolger nur einen Zähler dahinter. «Vorstellen kann ich mir schon, dass es oben weiter so eng bleibt», kommentierte Dortmunds Mittelfeldspieler Kevin Großkreutz diesen Sachverhalt im Fachmagazin «Kicker».

Anders als von vielen Fachleuten prognostiziert, liegen nicht nur der Titelverteidiger aus Dortmund und der Rekordmeister aus München, sondern auch die Schalker und Mönchengladbacher weiterhin prächtig im Rennen. Mit dem 1:3 beim verpatzten Rückrundenauftakt in Mönchengladbach verspielte der FC Bayern allerdings seinen Vorsprung. «Die Mannschaft muss am Samstag gegen Wolfsburg sofort eine Reaktion zeigen», forderte Vorstandschef Karl-Heinz Rummenigge.

Eine weitere Pleite im Heimspiel gegen das Team des ehemaligen Bayern-Trainers Felix Magath könnte die ohnehin gespannte Stimmung beim Titelfavoriten weiter verschärfen. Voller Frust über bereits fünf Saisonniederlagen, die der FC Bayern trotz deutlicher Vorteile beim Ballbesitz hinnehmen musste, machte sich Torjäger Mario Gomez für mehr Flexibilität im Offensivspiel stark: «Wenn man hinten liegt, muss man vorne mehr ins Risiko gehen.»

Die Dortmunder verspüren dagegen wenig Lust auf einen Systemwechsel. Neun Tore erzielten sie zuletzt in Freiburg und Hamburg. Und doch ist der Respekt vor dem kommenden Konkurrenten groß. Schließlich reist Angstgegner Hoffenheim an, gegen den der BVB in der Bundesliga noch kein Heimspiel gewann. Mit Bezug auf das von der «Schall-Affäre» überschattete 0:1 im Hinspiel appellierte Trainer Jürgen Klopp an die Fans, das sportliche Geschehen in den Mittelpunkt zu stellen: «Wir müssen gegen Hoffenheim nicht immer irgendwelche Nebenkriegsschauplätze aufmachen.»


Auf den ersten Blick stehen Schalke und Mönchengladbach kniffligere Aufgaben als den beiden Titelkonkurrenten bevor. Beide Teams treten auswärts an. Dem Revierclub bereitet die Personalmisere vor dem Spiel beim 1. FC Köln Kopfzerbrechen. Benedikt Höwedes, Lewis Holtby, Alexander Baumjohann und Peer Kluge müssen passen. Zudem ist der Einsatz von Raúl fraglich, für Rekonvaleszent Jefferson Farfan kommt ein Einsatz zu früh. «Wenn Raúl ausfallen sollte, hätten wir ein noch größeres Problem», klagte Schalke-Trainer Huub Stevens.

Dagegen kann die Borussia in Bestbesetzung antreten. Der zuvor gesperrte Dante kehrt in der Partie beim VfB Stuttgart in die Innenverteidigung des Tabellenvierten zurück. Kaum vorstellbar, dass die beste Abwehr der Liga ähnlich viele Treffer kassiert wie beim 0:7 im vorigen Jahr an gleicher Stätte. Aber die Statistik verheißt wenig Gutes: Keines der letzten 13 Spiele beim VfB endete mit einem Sieg. «Wir sind selbstbewusst genug, um auch in Stuttgart etwas zu holen», sagte Trainer Lucien Favre voller Hoffnung auf ein Ende der Serie.

Am Tabellenende kommt es, anders als an der Spitze, nicht nur zu Fernduellen um eine bessere Ausgangslage. Die jeweils durch nur einen Zähler voneinander getrennten Mannschaften zwischen Rang 13 und 18 bleiben am 19. Spieltag unter sich. Dabei steht vor allem Schlusslicht Augsburg (15 Punkte) gegen den Drittletzten Kaiserslautern (17) unter Druck. Nicht minder brisant ist die Partie zwischen Mainz (18) und Freiburg (16).

Selbst die Teams aus den beiden größten deutschen Städten, Berlin (20) und Hamburg (19), müssen zittern. Nach sieben Spielen ohne Sieg droht Aufsteiger Hertha BSC ein weiteres Abrutschen. Inständig hofft der neue Trainer Michael Skibbe, dessen Einstand beim 0:2 in Nürnberg misslang, auf ein befreiendes Erfolgserlebnis: «Man ist angespannt, aber das darf auch positiv gelenkt werden.»

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