Auch bei den Vereinbarungen mit Sponsoren habe man für die Bundesliga nicht den «letzten Euro herausgeholt», sondern zugleich auf «Top-Zweitligaverträge» Wert gelegt. «Mir sind 20 000 Euro in der zweiten Liga mehr wert als 80 000 in der ersten», verdeutlichte Rettig die Augsburger Vorgehensweise: «Wir planen so, dass nichts zusammenbricht. Der FC Augsburg ist am Beginn seiner Reise, sich im Profifußball fest zu etablieren. Dazu gehören Rückschläge.» Vereine wie der SC Freiburg, VfL Bochum oder Kaiserslautern seien «unsere Kragenweite», betonte Rettig: «Die gehen auch mal rauf und runter.» Der Ligaverbleib wäre für Rettig das «i-Tüpfelchen» auf eine «tolle Zeit» in Augsburg. Schon Platz 16 würde er als großen Erfolg ansehen und beim Angebot des Relegationsplatzes sofort einschlagen. «Wenn wir es schaffen würden, mit dem kleinsten Etat zwei Mannschaften in der Bundesliga hinter uns zu lassen und damit noch eine Chance auf den Ligaverbleib gegen den Dritten der 2. Liga zu haben, wäre das ein Etappenziel, das aller Ehren wert wäre.» Seine eigene Zukunft ist offen. Auch seiner Frau zuliebe kehrt der gebürtige Leverkusener im Sommer ins Rheinland zurück. «Ich habe keine neue Aufgabe vor meinem geistigen Auge.» Nach dem SC Freiburg, dem 1. FC Köln und dem FCA strebt er nicht unbedingt nach Höherem: «Ich definiere meine Jobzufriedenheit nicht über die Spielklasse.» Der Verein ist noch auf der Suche nach einem neuen Geschäftsführer und Manager. «Ich sehe keinen Druck, dass mein Nachfolger morgen präsentiert werden müsste», bemerkte Rettig. Als «lahme Ente» fühlt er sich auf der Zielgeraden keineswegs: «Ich arbeite weiterhin so, als wenn ich auch die nächsten fünf Jahre noch hier wäre.»
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