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Werder empört - Prödl: Geht mir dreckig

Kaiserslautern (dpa) - 22.01.2012, 13:38 Uhr

Den Bremer Sebastian Prödl hat es voll erwischt. Foto: Fredrik von Erichsen
Den Bremer Sebastian Prödl hat es voll erwischt. Foto: Fredrik von Erichsen

Ein Tritt von FCK-Stürmer Dorge Kouemaha an den Kopf von Sebastian Prödl erhitzt die Bremer Gemüter. Der Werder-Profi erleidet schwere Gesichtsverletzungen und wird für längere Zeit ausfallen. Im Zentrum der Kritik steht Schiedsrichter Robert Hartmann.

Äußerlich wirkte Klaus Allofs nach der Nullnummer beim 1. FC Kaiserslautern gefasst, doch im Innern des Geschäftsführers von Werder Bremen brodelte es wegen der Unsportlichkeit mächtig. Prödl fällt nun mit Nasenbein- und Oberkieferbruch sowie einer Gehirnerschütterung für längere Zeit aus. Das magere 0:0 rückt da in den Hintergrund.

Prödl denkt trotz seines schlechten Zustands schon wieder an sein Comeback. Einen Tag nach dem Bruch überwiegen beim österreichischen Fußballer jedoch noch die Schmerzen. «Es geht mir - ehrlich gesagt - dreckig», teilte Prödl am Sonntag auf seiner Homepage mit. Auch das Jochbein sei betroffen. «Der Weg zurück wird nicht einfach, aber ich weiß schon jetzt, dass mich die Unterstützung durch meine Familie, Freundin, Freunde, Verein und alle Fans bald wieder zu alter Stärke zurückführen wird.»

«Ich bin traurig darüber, dass sich Basti so schwer verletzt hat. Traurig bin ich aber auch darüber, dass eine solche Aktion nicht geahndet wird. Es ist für mich unverständlich, dass weder der Schiedsrichter noch sein Assistent das als elfmeterwürdig ansieht. Es geschehen schon seltsame Dinge», übte Allofs harte Kritik an Referee Robert Hartmann und dessen Gespann.

Schon zur Pause hatte Allofs dem Unparteiischen seinen Unmut kundgetan. «Wir haben in der Halbzeit darüber gesprochen. Er hat mir gesagt, er hätte es nicht gesehen. Aber dafür hat man dann einen Assistenten. Die zeigen sonst ja auch alle möglichen Dinge an. Es gab drei Leute im Stadion, die es nicht gesehen haben. Und die, die am Bierstand waren», sagte Allofs mit Ironie in der Stimme.


Die Szene in der 23. Minute war der größte Aufreger in einer Partie, in der die 40 381 Zuschauer trotz einer Vielzahl von Chancen auf beiden Seiten keine Tore zu sehen bekamen. Zunächst traf Markus Rosenberg mit einem Kopfball nur den Pfosten. Beim Versuch, den Abpraller zu verwerten, wurde Prödl dann von Kouemaha mit voller Wucht am Kopf getroffen und musste mit einer blutenden Wunde vom Platz getragen werden.

Die Pfeife des Unparteiischen blieb jedoch stumm. «Es ist mir unverständlich, wie man so etwas nicht sehen kann», wetterte Werder-Trainer Thomas Schaaf. Auch die Bremer Profis waren angefressen. «Dem Schiedsrichter hat vielleicht die Unterstützung von der Linie gefehlt. Der Assistent muss das gesehen haben», erklärte Kapitän Clemens Fritz. Und Torwart Tim Wiese meinte: «Der Fuß war so hoch, das habe ich sogar gesehen.»

Prödls Ausfall zwingt Werder dazu, noch einmal auf dem Transfermarkt aktiv zu werden. «Ich denke schon, dass wir uns jetzt Gedanken machen müssen», sagte Allofs. Denn in Andreas Wolf steht ein anderer Innenverteidiger vor dem Absprung zum AS Monaco. «Am Montag werden wir etwas dazu sagen», kündigte der Geschäftsführer an.

Die «Roten Teufel» haderten nach dem achten sieglosen Spiel in Serie einmal mehr mit ihrer chronischen Abschlussschwäche. «Ich habe von meiner Mannschaft ein tolles Spiel gesehen. Wir haben einen hohen Aufwand betrieben, uns aber wieder nicht belohnt», sagte FCK-Trainer Marco Kurz.

Ein Pfostenschuss von Christian Tiffert, ein Lattentreffer von Pierre De Wit und weitere hochkarätige Chancen für Kouemaha und dessen Sturmpartner Jakub Swierczok standen am Ende zu Buche - aber zum achten Mal in dieser Saison kein Tor. Somit stecken die Pfälzer mit 17 Punkten als 16. weiter im Tabellenkeller fest. Dennoch war Kurz nicht unzufrieden: «Es war trotz des 0:0 ein guter Rückrundenauftakt.»

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