Starkes Stück: 250. Bundesliga-Spiel des Referees
Frankfurt/Main (dpa) - 20.01.2012, 11:17 Uhr
Mit der Partie HSV - BVB pfeift Wolfgang Stark sein 250. Bundesliga-Spiel. Foto: Jens Wolf
Blumen für den Schiedsrichter - wann gibt's das schon? Am Sonntag für Wolfgang Stark: Der FIFA-Referee aus Ergolding pfeift mit der Partie Hamburger SV - Borussia Dortmund sein 250. Bundesliga-Spiel. «Rein theoretisch», sagt er der Nachrichtenagentur dpa, könne er noch den Rekord von Markus Merk (339) brechen. «Ich bin 42, kann noch fünf Jahre aktiv sein, wenn ich gesund bleibe. Aber das ist kein konkretes Ziel, ich schaue da nicht auf die Statistik.» Stark gilt trotz einer Schwächephase nach seinem WM-Einsatz 2010 in Südafrika als der starke Mann seiner Zunft: Er ist auch als einziger deutsche Unparteiische für die Europameisterschaft in Polen und der Ukraine nominiert. Stark verbirgt seinen Stolz nicht. «250 Einsätze - das ist eine Supersache. Es ist ja bei uns nicht wie bei Stammspielern in der Bundesliga, die kommen auf viel mehr Einsätze in einer Saison.» Insgesamt leite er aber - mit Begegnungen in Champions und Europa League, DFB-Pokal, 2. und 3. Liga sowie Regionalliga - etwa 50 Begegnungen pro Runde.
Kein Wunder, dass sich der halbtags bei der Sparkasse beschäftigte Bankkaufmann aus Landshut für ein Grundsalär für Referees stark gemacht hat: «Das könnte Freiräume schaffen und eine gewisse Sicherheit geben, wenn man mal verletzt ist oder drei, vier Wochen nicht berücksichtigt wird.» Gegen einen Fulltimejob mit der Pfeife spricht sich Stark ebenso aus wie die DFB-Schiedsrichter-Funktionäre Herbert Fandel und Lutz-Michael Fröhlich: «Es bedeutet ja nicht, dass man besser pfeift, wenn man Profi-Schiedsrichter ist.» Heute bekommt Stark wie seine Kollegen 3800 Euro pro Bundesliga-Partie. Bei seinem Premieren-Spiel am 4. April 1997 zwischen dem 1. FC Köln und dem MSV Duisburg gab es 1500 Mark. Seitdem habe sich viel verändert. «Es wird Jahr für Jahr nicht einfacher», sagt der Olympia-Referee von Peking 2008. «Die Spiele sind schneller geworden, athletischer. Es wird viel mehr verlangt, es gibt mehr Zweikämpfe, mehr kritische Situationen zu bewerten. Die Stadien sind fast alle ausverkauft und das Medieninteresse hat zugenommen.» |