Ehemaliger HSV-Präsident Hoffmann entlastet
Hamburg (dpa) - 15.01.2012, 18:39 Uhr
Ernst-Otto Rieckhoff empfahl trotz Kritik die Entlastung des alten Vorstandes. Foto: Marcus Brandt
Bei der überraschend friedlichen Jahreshauptversammlung des Fußball-Bundesligisten Hamburger SV ist das ehemalige Präsidium um Bernd Hoffmann entlastet worden. Zwar wurden von den 1200 anwesenden Mitgliedern kritische Fragen gestellt, die Aussprache blieb im Hamburger Congress-Centrum aber relativ sachlich. Besonders gefeiert wurden die Auftritte der Mannschaft um Trainer Thorsten Fink und Sportdirektor Frank Arnesen. Streitpunkt der Aufarbeitung der fast achtjährigen Ära Hoffmann sind ungeklärte Verträge im Volumen von 1,7 Millionen Euro und die Roten Zahlen im Geschäftsjahr 2010/2011 von 4,87 Millionen Euro. «Das Verhalten der ehemaligen Vorstände Katja Kraus und Bernd Hoffmann erscheint nicht in allen Aspekten angemessen und dem Vereinsinteresse zuträglich», sagte Ernst-Otto Rieckhoff, Vorsitzender des Aufsichtsrates, in seiner Rede. Dennoch empfahl er die Entlastung Hoffmanns.
Das zwölfköpfige Gremium hatte hauptsächlich wegen nicht eindeutig geklärter Beraterverträge erwogen, gegen den 48 Jahre alten Hoffmann rechtliche Schritte einzuleiten. Das Risiko einer öffentlichen Schlammschlacht und monatelanger Prozesse wurde aber als zu hoch angesehen. Nachfolger Carl-Edgar Jarchow, der im vergangenen März das Ruder von Hoffmann übernommen hatte, führte die schwierige finanzielle Lage des Traditionsclubs aus: «Wir hatten ernsthaft Sorgen um die Liquidität.» Auch im laufenden Geschäftsjahr sei ohne das europäische Geschäft die Schwarze Null in Gefahr. Konkret kritisierte Jarchow, dass in der vergangenen Saison mit einem viel zu hohen Altersdurchschnitt in der Bundesliga gespielt wurde. «Wir können in Hamburg nicht auf Dauer um Platz zehn und zwölf spielen», forderte Jarchow. Den umstrittenen Deal mit dem Investor Klaus-Michael Kühne, den Hoffmann abgeschlossen hatte, würde er so nicht wiederholen. Ähnliche Modelle bedürften der Einbeziehung der Mitglieder. |