Eberl hat ein großes Netzwerk und einen scharfen Blick. Bevor er bei der Borussia zum Sportdirektor aufstieg, leitete er drei Jahre lang die Nachwuchsabteilung des Vereins. Er holte Spieler wie Reus, Marin oder Patrick Herrmann, als die noch kaum jemand kannte. Und er saß schon rund drei Jahre vor der Verpflichtung zum ersten Mal auf Favres Terrasse in dessen Heimatort St.-Barthélemy. «Ich wollte über den Tellerrand schauen, mich weiterbilden und erfahren, wie in einem so kleinen Land wie der Schweiz eine so erfolgreiche Nachwuchsarbeit organisiert wird. Dabei haben wir festgestellt, dass wir die gleiche Vorstellung vom Fußball haben», erzählt Eberl. An seiner eigenen Karriere hat er genauso strategisch und weitsichtig gearbeitet wie am Neuaufbau der Borussia. Er bildete sich schon während seiner Profilaufbahn ständig weiter, schloss ein Sportmanagement-Studium ab und übernahm mit 31 Jahren die Nachwuchsabteilung. «Ich hatte immer zwei Träume», sagt der 104-malige Bundesliga-Spieler: «Ich wollte Fußballprofi werden und im Management eines Clubs arbeiten. Beides geschafft zu haben, macht mich stolz.» Genau wie der Spieler Eberl stand aber auch der Sportdirektor immer wieder in der Kritik. Es gab Transfers, bei denen er daneben griff (Bailly, Bobadilla), noch mehr aber wurde ihm vorgehalten, zu lange an Favres Vorgänger Michael Frontzeck festgehalten zu haben. Als die Borussia im vergangenen Jahr kurz vor dem Abstieg stand, wurde es eng für Eberl. Erst griff ihn Berti Vogts an, dann eine Gruppe um Stefan Effenberg. Es spricht jedoch für seine Arbeit, dass sie selbst in einem so sehr von seiner glorreichen Vergangenheit lebenden Traditionsclub höher eingeschätzt wurde als die Meinung zweier Vereinslegenden. «Genugtuung wäre das falsche Wort», sagt Eberl dazu. «Ich sehe unsere Entwicklung eher als Bestätigung.»
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