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BVB: Mit Reus und Götze auf Bayern-Jagd

La Manga (dpa) - 05.01.2012, 18:58 Uhr

Für Marco Reus zahlte der BVB über 17 Millionen Euro an Borussia Mönchengladbach. Foto: Marius Becker
Für Marco Reus zahlte der BVB über 17 Millionen Euro an Borussia Mönchengladbach. Foto: Marius Becker

Sieben Jahre nach der Fast-Pleite hat Borussia Dortmund seine finanzielle Bescheidenheit endgültig abgelegt und Rekordmeister Bayern München den Kampf angesagt.

Mit der Verpflichtung von Shooting-Star Marco Reus für 17,1 Millionen Euro tätigte der BVB den zweitteuersten Transfer der Vereinsgeschichte nach Marcio Amoroso (25 Millionen) und gab damit dem ebenfalls interessierten Rivalen aus München das Nachsehen. Ein Risiko sehen die Dortmunder Verantwortlichen nicht. «Wir lehnen uns weit aus dem Fenster. Aber wir sind sicher, dass er unser Spiel bereichern wird», sagte BVB-Manager Michael Zorc.

Inspiriert durch die Mehreinnahmen aus der Champions League hat der Bundesliga-Titelverteidiger die Gelegenheit beim Schopf gepackt. «Wir waren uns einig, dass wir irgendwann etwas Großes machen werden», meinte Hans-Joachim Watzke, Vorsitzender der Geschäftsführung. Die Rückkehr des Hochgeschwindigkeit-Fußballers, der als B-Jugendlicher 2006 in Dortmund vom Hof gejagt wurde, beschert dem BVB mit den Jungstars Reus und Mario Götze das wohl interessanteste Mittelfeld der Liga.

Dass der von vielen Clubs umworbene Götze mit dem prominenten Neuzugang aus Mönchengladbach ein geniales Duo bilden wird, gilt in Dortmund als sicher. «Alle, die glauben, dass wir jetzt Mario Götze verkaufen, muss ich enttäuschen. Marco und Mario werden ab dem kommenden Sommer gemeinsam für uns spielen», sagte Watzke. Der BVB-Boss betonte nicht ohne Stolz, dass Reus viele Angebote hatte und beim BVB nun auf «viel Geld verzichtet».

Mit dem torgefährlichen Offensivspieler kann der Dortmunder Angriffsfußball noch spektakulärer werden. «Reus ist ein Spieler, der auf dem Platz den Unterschied machen kann. Er ist unser absoluter Wunschspieler», sagte Zorc. Auch Präsident Reinhard Rauball ist überzeugt davon, dass der spektakuläre Neuzugang eine wesentliche Bereicherung ist. «Durch Marco Reus wollen und werden wir unsere sportliche Substanz weiter verbessern», sagte Rauball der Tageszeitung «Die Welt». Mit dem Transfer wolle man aber die Konkurrenz nicht beeindrucken. «Auch nicht Bayern München», sagte der BVB-Präsident.


Beim Tabellenführer aus München hat man den Transfer gelassen aufgenommen. «Ich habe damit gerechnet», sagte Trainer Jupp Heynckes der Münchner Tageszeitung «tz». Nach Meinung von Heynckes seien zwei Faktoren für Dortmund und gegen München bei dem Transfer ausschlaggebend gewesen. «Erstens kann der FC Bayern Reus bei dem riesigen Konkurrenzkampf hier keine Stammplatz-Garantie geben. Und zweitens wohnen ja seine Eltern in Dortmund», sagte der Bayern-Coach.

Bayern-Profi Bastian Schweinsteiger sieht im BVB auch zukünftig einen sehr starken Gegner. «Ich glaube schon, dass Dortmund der stärkste Konkurrent sein wird für uns in den nächsten Jahren. Aber letztlich wird Bayern München immer eine qualitativ bessere Mannschaft haben.»

Der finanzielle Kraftakt der Dortmunder bedeutet auf der anderen Seite auch eine Kostenersparnis: Der BVB wird sich von Profis trennen müssen. Florian Kringe und Mohamed Zidan sind zwei Kandidaten, zudem ist auch der Verbleib von Torjäger Lucas Barrios fraglich.

Diese Personalie könnte sich im Trainingslager in La Manga klären. Mit einstündiger Verspätung brach die BVB-Delegation am Donnerstagmorgen nach Spanien auf, wo im einwöchigen Trainingslager Testspiele gegen Standard Lüttich und den FC Elche anstehen. Bei der ersten Einheit kurz nach der Ankunft am späten Nachmittag absolvierten Kapitän Sebastian Kehl und Mario Götze wegen ihrer schon vor der Winterpause erlittenen Muskelfaserrisse nur leichtes Lauftraining. Pausieren musste Ilkay Gündogan, der sich am Tag vor der Abfahrt nach Spanien im Training eine Zerrung zugezogen hatte.

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