Neuer Trend: VfB holt zehnten Japaner in die Liga
Stuttgart (dpa) - 03.01.2012, 15:29 Uhr
Gotoku Sakai will sich beim VfB Stuttgart etablieren. Foto: Franziska Kraufmann
Von allen zehn Japanern, die aktuell in der Fußball-Bundesliga spielen, dürfte sich Gotoku Sakai am schnellsten eingewöhnen. Der Neuzugang des VfB Stuttgart hat eine deutsche Mutter und eine Oma, die in Nürnberg lebt. «Ein gutes neues Jahr! Ich freue mich, dass ich beim VfB spielen darf», sagte der 20 Jahre alte Außenverteidiger in fehlerfreiem, wenn auch einstudiertem Deutsch bei seiner offiziellen Vorstellung in Stuttgart. Der VfB liegt mit diesem Transfer im Trend. So viele Japaner wie in dieser Saison standen zuvor noch nie zeitgleich in der Bundesliga unter Vertrag. «Japanische Spieler haben eine sehr gute Mentalität, sind sehr diszipliniert, lernwillig und hungrig», erklärte Sportdirektor Fredi Bobic. Seine Stuttgarter «sind mit japanischen Spielern ja fast rekordverdächtig besetzt», fügte er im Scherz hinzu. Denn Shinji Okazaki ist seit einem Jahr ebenfalls schon da.
Die Trefferquote bei Profis aus Nippon ist auf den ersten Blick nicht besser oder schlechter als bei Spielern von anderswo. Shinji Kagawa ist bei Borussia Dortmund zum Superstar geworden, Kisho Yano dagegen bekam beim SC Freiburg gerade erst den dringenden Rat, sich einen neuen Verein zu suchen. Dennoch ist es kein Zufall, dass auch Takashi Usami (FC Bayern), Makoto Hasebe (Wolfsburg), Tomoaki Makino (Köln), Atsuto Uchida (Schalke), Hajime Hosogai (Augsburg) und Yuki Otsu (Mönchengladbach) gerade jetzt nach Deutschland geholt wurden. Japanische Spieler sind in der Regel günstiger zu haben als brasilianische oder argentinische. Dank der Einführung der J-League, erzählt Bobic, «ist im japanischen Fußball sehr viel passiert in den letzten 10 bis 20 Jahren. Es braucht seine Zeit, bis eine gute Generation herangewachsen ist. Aber jetzt ist dieser Markt erschlossen und für die Bundesliga sehr interessant.» |