Skibbe: Akribischer Arbeiter mit Dreitagebart
Berlin (dpa) - 22.12.2011, 12:28 Uhr
Trainer Michael Skibbe gilt als akribischer Arbeiter. Foto: Fredrik von Erichsen
Nur noch der Dreitagebart erinnert an den früher oft knurrig wirkenden Michael Skibbe. Der Fußball-Lehrer hat sich in den vergangenen Jahren gewandelt: Gelöst und souverän tritt der 46-Jährige auf, der als neuer Cheftrainer Hertha BSC zum Klassenverbleib in der Bundesliga führen soll. «Ich weiß, dass ich meinen Job beherrsche», hatte der selbstbewusste Skibbe einmal über sich selbst gesagt. 275 Tage nach seiner Entlassung bei Eintracht Frankfurt sitzt Skibbe nun wieder auf dem Chefsessel eines deutschen Erstligisten. Es ist seine vierte Station als Trainer in der Beletage des deutschen Fußballs. Zuvor hatte er bei Borussia Dortmund und Bayer Leverkusen sowie bei Galatasaray Istanbul in der Türkei gearbeitet. Bei den Hessen war er nach dem 2:1-Sieg gegen St. Pauli Ende März dieses Jahres entlassen worden - am Ende der Saison stieg die Eintracht ab. Genau das soll er bei Hertha verhindern. Der Hauptstadtclub setzt auf den akribischen Arbeiter Skibbe, der zudem mit seiner ruhigen Ausstrahlung die Chaos-Tage in Berlin nach der unrühmlichen Entlassung des bisherigen Trainers Markus Babbel beenden soll.
Dass Skibbe Trainer-Qualitäten besitzt, bewies er bereits bei seiner ersten Station in der Bundesliga. In der Saison 1998/99 belegte er mit Borussia Dortmund Platz vier. Das rief den Deutschen Fußball-Bund (DFB) auf den Plan, der den Fußball-Lehrer nach seiner Entlassung in Dortmund im Jahr 2000 an sich band. Er arbeitete zunächst als Nachwuchskoordinator und war verantwortlich für die Talentförderung. Genau darauf setzt auch Hertha: Skibbe soll den guten und erfolgreichen eigenen Nachwuchs des Hauptstadtclubs weiter fördern und verstärkt in die Profimannschaft integrieren. «Der Verein und die Stadt haben ein enormes Potenzial», sagte Skibbe zu seiner neuen Aufgabe. |