«Das Modell ist vielleicht nicht auf jeden Club übertragbar, aber eine vertrauensvolle Basis der sportlichen Leitung ist bei uns die Voraussetzung, über Jahre erfolgreich und nachhaltig zu arbeiten», sagte Allofs jüngst über «einen Teil des Bremer Erfolges». Nachhaltigkeit und Kontinuität sind neue Lieblingswörter in den Chefetagen der Bundesliga-Vereine. Ein Club wie Hannover 96 hielt im vergangenen Jahr auch nach sieben Niederlagen in Serie an Trainer Mirko Slomka fest und wurde für seine Treue mit dem Einzug in die Europa League entlohnt. «Kontinuität hat sich in den vergangenen Jahren bei vielen Clubs ausgezahlt», sagte Hannovers Sportdirektor Jörg Schmadtke. «Die Ruhe auf der Trainerposition hat uns gutgetan.» Beim VfB Stuttgart ist Bruno Labbadia der erste Trainer seit vier Jahren, der nach absolvierter Vorrunde auch in die Rückrunde starten darf - im Gegensatz zu Armin Veh 2008, Markus Babbel 2009 und Christian Gross und Jens Keller 2010. Seine Arbeit bei den Schwaben betrachtet Labbadia als Langzeitprojekt, sein Vertrag läuft bis Saisonende 2013. Immer wieder betont er, dass beim Weg zurück nach oben «viele kleine Schritte» notwendig seien. Sportdirektor Fredi Bobic vertritt die gleiche Philosophie und vertraut Labbadia. Ein neuer Hort der Nächstenliebe und Sensibilität ist die Bundesliga dadurch lange nicht geworden. Ein weiterer Grund für den Trend zur Treue ist ganz profaner Natur: «Ganz nüchtern betrachtet», sagte Schmadtke, «eine Trainerentlassung kostet Geld.»
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