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Werder-Bescherung: Verträge für Schaaf & Allofs

Bremen (dpa) - 19.12.2011, 16:14 Uhr

Klaus Allofs (l) und Trainer Thomas Schaaf bleiben in Bremen. Foto: Andreas Gebert
Klaus Allofs (l) und Trainer Thomas Schaaf bleiben in Bremen. Foto: Andreas Gebert

Nach heftigem Grollen ist bei Werder Bremen plötzlich vorweihnachtlicher Friede eingekehrt. Fünf Tage vor Heiligabend haben Trainer Thomas Schaaf und Geschäftsführer Klaus Allofs ihre Verträge bei dem Fußball-Bundesligisten verlängert.

Schaaf hat einen neuen Kontrakt bis 2014 und würde damit den Rekord von Otto Rehhagel brechen, Allofs verlängerte sogar bis 2015. Mit den Unterschriften beendete Werder den monatelangen Streit, der vor allem von Aufsichtsrats-Chef Willi Lemke angezettelt worden war.

Passend zur Weihnachtszeit haben sich beim Tabellenfünften jetzt wieder alle lieb. «Das war eine Bescherung vor der Bescherung», kommentierte Lemke: «Wir freuen uns sehr. Das ist ein guter Tag für Werder.» Und Allofs versicherte ebenfalls: «Ich freue mich auch sehr.»

So fröhlich wie bei der vorzeitigen Bescherung waren sie in Bremen schon länger nicht mehr. Seit dem Sommer wurde gestichelt, bei Fragen nach den Verträgen gab es bis vor wenigen Tagen noch böse Blicke und äußerst knappe Antworten. Was jahrelang geräuschlos über die Bühne ging, war dieses Mal vor allem bei Allofs «kein Selbstgänger», wie der Geschäftsführer es nannte.

Nach einer sportlich enttäuschenden Saison und dem verpassten Europapokal-Platz gab es Streit um das Geld für Neuverpflichtungen. Allofs und Lemke beharkten sich - für Werder lange Zeit undenkbar - auch öffentlich. Der ehemalige Clubchef Jürgen L. Born warf Lemke sogar «überdimensionale Auftritte» vor. Schaaf hielt sich lang aus dem Streit heraus, ehe er zuletzt mit lobenden Worten für Allofs warb.


Jetzt gab es bei beiden Vollzug am gleichen Tag. «Der Zusammenhang besteht natürlich», gab Allofs zu. «Für mich war es wichtig, welcher Trainer hier in Zukunft arbeitet. Umgekehrt ist das ähnlich, darüber habe ich mit Thomas zuletzt häufig gesprochen.» Ohne Allofs, so lautete die Botschaft, hätte sich Lemke auch einen neuen Trainer suchen müssen.

Im Sommer «waren es schwierige Wochen», sagte Allofs: «Und es war auch rustikal. Aber das ist auch gut so, das können wir verkraften.» Lemke sagte zu den Verhandlungen: «Es war nicht einfach, aber es war nie so, dass die Chemie nicht gestimmt hat. Es waren sachliche Gespräche, immer vernünftig und von Beginn an mit dem Ziel, mit Klaus Allofs zu verlängern.» Tatsächlich wirkte das in einigen Phasen des langwierigen Pokers anders.

Um Schaaf und Allofs «beneiden uns viele Clubs», sagte Lemke. Auch ihm ist klar, die beiden sind trotz der Probleme in der Vorsaison Werders Erfolgsgaranten. Der Fußball-Lehrer übernahm die Profis im Mai 1999, rettete Werder vor dem Abstieg und führte sie zum Pokalsieg. Kurz danach begann Allofs seine Arbeit als Manager. Das Double aus Meisterschaft und Pokalsieg 2004 war die bisherige Krönung, doch der langfristige Erfolg zeigte sich vor allem in sechs Champions-League-Teilnahmen innerhalb von sieben Jahren.

Auf Schaaf und Allofs wartet nun viel Arbeit, der notwendige Umbau der Mannschaft wird vor allem bei den Auswärtsspielen deutlich. Ein Dutzend Verträge läuft am Saisonende aus, der Verbleib von Toptorjäger Claudio Pizarro ist fraglich. Zumindest im Winter wird der Goalgetter nicht gehen. «Es gibt keine Möglichkeit für Claudio, den Verein zu verlassen», sagte Allofs zur kommenden Transferperiode. «Auch von Claudio gibt es keinen Wunsch.»

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