Vor dem Landgericht Karlsruhe hat der Prozess gegen einen 26 Jahre alten Mann begonnen, der im Frühjahr drei Sprengsätze in der Nähe des Dortmunder Fußballstadions versteckt haben soll.
Die Sprengsätze waren allerdings nicht funktionsfähig. Zuvor soll er die Drogeriemarktkette dm in Karlsruhe erpresst haben. Der unscheinbar wirkende Mann, der sich jetzt wegen Verstoßes gegen das Sprengstoff- und Waffengesetz sowie versuchter räuberischer Erpressung vor Gericht verantworten muss, schwieg zum Prozessauftakt. Seine Motive sind unklar.
Im Verfahren, das auf neun Verhandlungstage angesetzt ist, wird deshalb den Gutachtern eine entscheidende Rolle zufallen. Gefasst wurde der Mann in diesem Frühjahr in Nordrhein-Westfalen, wo er Sicherheitsbehörden Informationen über Terroranschläge verkaufen wollte und selbst Sprengsätze aufstellte.
Der in Malsch bei Karlsruhe geborene Angeklagte schickte laut Oberstaatsanwalt Rüdiger Rehring im Januar 2010 einen ersten Erpresserbrief an dm. Darin forderte er 2,5 Millionen Euro innerhalb von sieben Werktagen, bei Verzögerungen verlangte er für jeden weiteren Tag zusätzlich 250 000 Euro. Für den Fall, dass seine Forderungen nicht erfüllt werden, drohte der Erpresser mit dem Einsatz von Giftgas und Sprengstoff in den Drogeriemarkt-Filialen.