Heiterer ging es im Hoffenheimer Lager zu. Durch den Erfolg vor 35 389 Zuschauern beendete 1899 seine schwarze Auswärtsserie - zuletzt hatte die Elf von Trainer Holger Stanislawski fünfmal in Serie auf fremden Plätzen verloren. 90 Minuten lang bestimmten die technisch hoch veranlagten Gäste das Match - und Stanislawski machte aus seinem Stolz später keinen Hehl. «Wir wissen, dass wir uns fußballerisch vor keiner Mannschaft verstecken müssen», sagte der Ex-St. Paulianer. Kapitän Andreas Beck lobte nach all den Rückschlägen der letzten Wochen, dass «wir erstaunlicherweise mit so einer Leichtigkeit aufgetreten sind». Dabei hatten die Gäste auch das Glück des Tüchtigen. Chandlers Rote Karte war wie der späte Platzverweis gegen Hoffenheims Marvin Compper (90./+1, vermeintliche Notbremse) umstritten. Dafür ließ Schiedsrichter Jochen Drees beim 1:0 Milde für den Bosnier Ibisevic walten, der sich vor dem Tor resolut gegen Wollscheid durchgesetzt hatte. «Er steht vor mir, will den Ball abschirmen. Sein linker Arm geht auf einmal nach oben, ich kriege den Ellbogen an den Hals», meinte das Abwehr-Juwel, das in der kommenden Saison zu Bayer Leverkusen wechseln wird. Wollscheid ging zu Boden, Drees ließ weiterspielen - und Sekunden später nickte der TSG-Stürmer eine Flanke von Aushilfs-Linksverteidiger Fabian Johnson freistehend ein. Ibisevic heimste hinterher reichlich Lob von Mitspielern und seinem Trainer ein - am deutlichsten aber teilte er selbst in Richtung Wollscheid aus. «So einen Blödsinn zu erzählen, ist einfach dumm!», sagte der 27-Jährige. Ein normaler Zweikampf sei das gewesen, nicht der Rede wert. «Ich bin kein Boxer, ich bin Fußballspieler!»
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