Aber nach seiner Einwechselung wurde es nicht besser. Ballack fiel eher durch Härte als durch fußballerische Aktionen auf. In der 90. Minute hatte der Routinier seine beste Szene, als er mit einem Freistoß aus 18 Metern an 96-Keeper Ron-Robert Zieler scheiterte. Der Schweizer Eren Derdiyok bildete zusammen mit Stefan Kießling den Zweier-Sturm. Doch die vermeintlich offensivere Aufstellung zahlte sich nicht aus. Bayer konnte sich im Spiel nach vorne selten durchsetzen und trat nicht wie ein Champions-League-Achtelfinalist auf. Kaum gefordert waren die 96-Innenverteidiger Karim Haggui und Emanuel Pogatetz, der trotz einer Verletzung in der 37. Minute weiterspielte. Der Österreicher lief mit blutender Kopfwunde, die er sich im Duell mit Simon Rolfes zuzog, zunächst in die Kabine, kam aber kurz danach aufs Spielfeld zurück: Teamarzt Markus Schönaich hatte die Wunde mit vier Stichen genäht. Die zuletzt schwächelnden Hannoveraner, die seit dem Sieg gegen Bayern München Probleme haben, spielten deutlich stärker als zuletzt. Mit Konstantin Rausch für Christian Pander im linken Mittelfeld und Sofian Chahed als Rechtsverteidiger für Steven Cherundolo wirkte 96 sicherer. Was fehlte, waren klare Chancen. Die beste vergab Jan Schlaudraff allein vor Bayer-Torwart Bernd Leno, der glänzend reagierte (15.). Sechs Minuten später wunderten sich die 96-Fans, dass Schiedsrichter Peter Gagelmann (Bremen) nach einem Handspiel von Gonzalo Castro im Strafraum keinen Strafstoß pfiff. Im Sturmzentrum konnte sich Mohammed Abdellaoue nicht durchsetzen. Der Norweger war meistens Alleinunterhalter, weil Schlaudraff sich zurückfallen ließ, um das Spiel aus dem Mittelfeld anzukurbeln.
 |