Augsburg stoppt Gladbach - Nichts los ohne Reus
Augsburg (dpa) - 10.12.2011, 19:01 Uhr
Torwart Marc-Andre ter Stegen verlässt enttäuscht das Spielfeld. Foto: Stefan Puchner
Lucien Favre mochte keinen Blick auf die Tabelle werfen. Borussia Mönchengladbach verpasste nach einer verdienten 0:1 (0:0)-Auswärtspleite beim bisherigen Tabellenletzten FC Augsburg den Sprung an die Spitze der Fußball-Bundesliga. «Augsburg war besser, wir waren nicht gut», erklärte Gladbach-Coach Favre und haderte mit seinem Team: «Ich bin von der Leistung ein wenig enttäuscht.» Ausgerechnet Jan-Ingwer Callsen-Bracker, der von 2008 bis 2010 das Gladbacher Trikot getragen hatte, sorgte vor 30 660 Zuschauern in der ausverkauften Augsburger Arena mit einem abgefälschten Freistoß in der 51. Minute für den zweiten Heimsieg des Aufsteigers nacheinander. «Auf dem rutschigen Boden querlegen und Vollspann drauf, ist die beste Sache», erzählte der Torschütze. Der FCA kämpfte sich auf den vorletzten Tabellenplatz vor und sieht wieder Land. «Wir sind konkurrenzfähig», meinte Callsen-Bracker. Die Gladbacher enttäuschten gerade offensiv. In der von insgesamt 44 Fouls zerhackten Partie habe sein Team zu wenig Fußball gespielt, monierte Favre. Und ohne den verletzten Nationalspieler Marco Reus (Zehenbruch) bleibt die Borussia in der Bundesliga weiter sieglos.
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Augsburgs Trainer Jos Luhukay, der 2008 in Gladbach nach nur sieben Spieltagen nach dem Aufstieg entlassen worden war, war «stolz» auf die gezeigte Willenskraft und Geschlossenheit: «Die Mannschaft hat von der ersten bis letzten Minute pure Leidenschaft gezeigt.» Auch der von einer Grippe geschwächte Stürmer Sascha Mölders lief auf und holte gegen Dante den Freistoß vor dem Tor heraus. «Das war kein Foul», klagte Dante: «Aber wir müssen Selbstkritik machen.» Ohne Reus strahlte allein Raul Bobadilla ansatzweise Gefahr in der Offensive aus. Der Stürmer hatte die erste Schusschance (3.), bediente zudem präzise Mike Hanke, der aus 17 Metern verzog (21.). Augsburg übernahm dann das Kommando: Nach einem gefährlichen Kopfball von Oehrl (30.) hatte Tobias Werner noch in der selben Minute das 1:0 auf dem Fuß. Nach einem Rückpass von Tony Jantschke rutschte Borussen-Schlussmann Marc-André ter Stegen weg, der Ball sprang Werner vor die Füße, der die unverhoffte Riesenchance vermasselte. |