Der inzwischen wieder reparierte Betriebsunfall Abstieg hat Hertha BSC ein finanzielles Minus von 6,7 Millionen Euro beschert - damit ist der Hauptstadtclub vor allem dank eines anonymen Spenders mit einem blauen Auge davongekommen.
Einem Aufwand von 61,8 Millionen Euro, davon 22,7 Millionen Personalkosten, stand in der abgelaufenen Spielzeit 2010/11 ein Umsatz von 55,1 Millionen Euro entgegen. Dieses wirtschaftliche Ergebnis gab Finanz-Geschäftsführer Ingo Schiller den Mitgliedern des Vereins bekannt. Geplant hatte der Haupstadtclub mit einem Verlust von 13,3 Millionen Euro.
«Wir haben das erfüllt, wofür wie angetreten sind. Ein Jahr konnten wir das Niveau in der 2. Liga erhalten», sagte Schiller. Durch den «Sonderertrag» von acht Millionen Euro, die ein nicht genannten Spender überwiesen hat, sowie Abschreibungen auf Spielerwerte konnte Hertha die Verbindlichkeiten sogar von 37,35 Millionen Euro im Juni 2010 auf 34,73 Millionen Euro zum 30. Juni 2011 senken.
Nachgezahlt hat der Verein zudem rund zwei Millionen Euro Stadionmiete, die Berlin als Eigentümer des Olympiastadions im Zweitliga-Jahr gestundet hatte, bestätigte Schiller. Personell und bei der Infrastruktur sei der Club auf dem gleichen Niveau wie vor dem Abstieg im Sommer 2010.
Die laufende Saison in der Bundesliga plant der Aufsteiger eher konservativ mit einem Etat von 57,6 Millionen Euro, davon entfallen 24,8 Millionen Euro auf Personalkosten. Schiller geht von einer ausgeglichenen Bilanz zum Saisonende aus, zumal Hertha in den Punkten Zuschauerschnitt und DFB-Pokal derzeit mit mehr Einnahmen rechnen könne.
Auch die stille Reserve in Form der Spielerwerte sei von 30,3 Millionen Euro am 15. Mai diesen Jahres auf derzeit 48,175 Millionen Euro gestiegen. Mit einem weiteren wesentlichen Schuldenabbau aber rechnet der Hertha-Geschäftsführer in dieser Saison nicht.
Die Etat-Entwicklung in den vergangenen Jahren.
Saison
Etat in Euro
Personalkosten
Verbindlichkeiten
2006/07
67,9 Millionen*
24,7 Millionen
46,8 Millionen
2007/08
77,8 Millionen
27,7 Millionen
29,0 Millionen
2008/09
85,9 Millionen
35,9 Millionen
33,0 Millionen
2009/10
79,5 Millionen
28,0 Millionen
37,3 Millionen
2010/11**
61,8 Millionen
22,7 Millionen
34,7 Millionen
2011/12***
57,6 Millionen
24,8 Millionen
* zzgl. außerordentlicher Ertrag von 10,8 Millionen Euro