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Trotzige Bayern: «Mannschaft wird Zeichen setzen»

Mainz (dpa) - 28.11.2011, 13:34 Uhr

Manuel Neuer musste sich bei Caligiuris Flachschuss zum 2:1 an die eigene Nase fassen. Foto: Fredrik von Erichsen
Manuel Neuer musste sich bei Caligiuris Flachschuss zum 2:1 an die eigene Nase fassen. Foto: Fredrik von Erichsen

Nach einem goldenen Oktober und einem bislang noch milden November pfeift dem FC Bayern München auf dem Weg zur erhofften Herbstmeisterschaft plötzlich ein eisiger Wind entgegen.

Von wegen Durchmarsch: Bei der 2:3 (0:1)-Pleite beim FSV Mainz offenbarte der entthronte Tabellenführer der Fußball-Bundesliga noch mehr Schwachstellen als eine Woche zuvor beim 0:1 gegen Borussia Dortmund. «Wir haben auf die Fresse bekommen heute. Das müssen wir einstecken und nächste Woche besser machen», sagte Torjäger Mario Gomez nach dem Abpfiff mit leiser Stimme. Eher vollmundig kündigte Sportdirektor Christian Nerlinger an: «Die Mannschaft wird in den nächsten Wochen bis zum Winter ein Zeichen setzen.»

Nach dem erneuten Rückschlag kam prompt wieder die Diskussion auf, ob der Rekordmeister ohne Nationalspieler Bastian Schweinsteiger nicht zurecht kommt. «Man soll nicht nur ein Spiel mit dem Fehlen eines Spielers festhalten, aber Schweinsteiger ist die Schaltzentrale, das Gehirn der Bayern», sagte Ex-Bayern-Coach Ottmar Hitzfeld als «Sky»-Experte. Nerlinger, der den stark erkälteten Trainer Jupp Heynckes auf der Pressekonferenz vertrat, ist weiter der Meinung, dass es der FC Bayern kompensieren muss, wenn ein Spieler für eine gewisse Zeit ausfällt: «Wir sind alle froh, wenn Bastian zurückkehrt, aber das darf keine Entschuldigung sein.»

Jedenfalls sind die Münchner im vierten Spiel ohne ihren Vize-Kapitän richtig aus dem Takt geraten. Nach der Niederlage - der dritten in den letzten fünf Spielen - hasteten die Spieler in die Kabine, als könnten sie vor einer Krise davonrennen. «Wenn man die Tabellenführung hergibt, dann ist das mit Sicherheit ein Tiefpunkt. Es ist schwer, Worte zu finden», sagte Thomas Müller, der sich als einer der wenigen noch beim Schiedsrichtergespann bedankte.

Von «wilden 20 Minuten» in der zweiten Hälfte sprach der Nationalstürmer: Marco Caligiuri (65. Minute) und Niko Bungert (74.) hatten für die Mainzer vor dem Augen von Bundestrainer Joachim Löw eine 3:1-Führung herausgeschossen. Zuvor hatte Daniel van Buyten (56.), dem auch in der 79. Minute noch der Anschlusstreffer gelang, die Führung von Andreas Ivanschitz (10.) ausgeglichen. «Kann auch sein», räumte Müller ein, «dass wir zu wenig gelaufen sind.»


Im Titelkampf ist den Bayern jedenfalls - mitten in der so erfolgreichen Phase in der Champions League - etwas die Puste ausgegangen. Die Tabellenführung, die sie seit dem 27. August innehatten, ist erst einmal weg. An Selbstkritik mangelte es den Münchnern aber nicht. «Es ist insgesamt ein negativer Trend, den wir in der Bundesliga haben», sagte Nerlinger. Der Sportdirektor vermisste «grundlegende Eigenschaften» im Spiel seiner Startruppe: «Laufbereitschaft, Aggressivität, Kompaktheit.»

Kapitän Philipp Lahm bemängelte: «Wenn man nicht dagegen hält, verliert man auswärts so ein Spiel auch mal.» Nationalkeeper Manuel Neuer, der bei Caligiuris fulminantem Flachschuss zum 2:1 zu spät in die Torecke abtauchte, meinte: «Wir haben so viel Qualität in der Mannschaft, aber es nützt nichts, dass wir das auf dem Papier haben. Wir müssen es auch zeigen.»

Nerlinger freut sich jetzt über eine normale Trainingswoche, nächster Gegner ist am 3. Dezember Werder Bremen. «Davon, dass wir in den drei restlichen Bundesliga-Spielen und dem einen DFB-Pokal-Spiel in diesem Jahr noch positive Ergebnisse erzielen, bin ich überzeugt», sagte Nerlinger.

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