Augsburg im Freudentaumel - Magath klagt Profis an
Augsburg (dpa) - 27.11.2011, 09:32 Uhr
Torschütze Edmond Kapllani löst mit dem 2:0 einen Jubelsturm in Augsburg aus. Foto: Stefan Puchner
So ausgelassen hat man einen Tabellenletzten in der Fußball-Bundesliga selten jubeln sehen. Im siebten Anlauf gelang Aufsteiger FC Augsburg beim 2:0 (0:0) gegen die Auswärts-Schlaffis des VfL Wolfsburg der ersehnte erste Heimsieg im Oberhaus. «Die Erleichterung war im ganzen Stadion zu spüren. Die Fans wollten die Mannschaft fast gar nicht vom Platz lassen. Ein Sieg ist immer das beste Heilmittel», erklärte Trainer Jos Luhukay bewegt. «Wir nehmen hier mehr als die drei Punkte mit», erklärte Manager Andreas Rettig selig: «Ich muss den Hut ziehen, wie hier Trainer und Mannschaft als Einheit auftreten.» Auch nach dem 14. Spieltag stehen die bayerischen Schwaben in der Tabelle ganz unten, aber mit dem ersten Bundesligatreffer von Daniel Brinkmann (65. Minute) und dem Joker-Tor des eingewechselten Edmond Kapllani (90.+4) sendete der FCA ein Lebenszeichen im Abstiegskampf. «Jetzt wollen wir weiterpunkten», verkündete Matchwiner Brinkmann. «Die Erleichterung ist Wahnsinn! Wir haben alles investiert, was in uns steckt», bemerkte Tobias Werner, der nach dem Führungstor bei Augsburger Kontern zum Chancentod geworden war. «Wir haben immer an uns geglaubt», betonte Sascha Mölders, der Vorbereiter des 1:0.
Leidenschaft, Kampf, Hingabe - das war der Unterschied zwischen dem Abstiegskandidaten und dem schlechtesten Auswärtsteam der Liga. «Die Mannschaft, die mehr gekämpft hat, hat gewonnen», schimpfte VfL-Trainer Felix Magath. Der Aufschwung des 4:1-Derbysieges gegen Hannover ist wieder dahin, Wolfsburg bleibt Mittelmaß. Magaths Worte klangen nach einer weiteren Shopping-Tour im Winter: «Wir haben nicht genügend Spieler, die genügend Einsatz bringen in so einem Spiel.» Bezeichnend war, wie der deutsche Meister von 2009 auf die Verliererstraße geriet. Nach einem falschen Einwurf von Marcel Schäfer schlug Augsburg zu. «Ich wollte das Tor unbedingt machen», erzählte Brinkmann. «Die Mannschaft hat sich endlich belohnt. Sie hat auf dem Boden gelegen, aber sie ist immer wieder aufgestanden. Der Sieg war wichtig - auch mental», betonte Luhukay. |