«Grundsätzlich hat die Enke-Tragödie dazu beigetragen, öffentlich damit umzugehen», bestätigte Hannovers Sportdirektor Jörg Schmadtke. Vor etwas mehr als zwei Jahren beging der damalige Nationaltorwart Suizid, nachdem er seine Depression geheim gehalten hatte. Miller machte es anders. «Sicherlich hat das auch mit eine Rolle gespielt, alles öffentlich zu machen», erklärte der 96-Ersatzkeeper, der erst nach Enkes Tod verpflichtet worden war. Zu seiner Krankheit erläuterte er: «Es gibt da geringe Parallelen.» Jede psychische Erkrankung sei anders und individuell. Nach Miller fand auch der Schalker Trainer Ralf Rangnick den Mut, zu seinen psychischen Problemen zu stehen. «So ernst das mit ihm ist, mir hat es ein bisschen Erleichterung gebracht, weil ich nicht alleine in der Öffentlichkeit stehe», gestand Miller. Umgekehrt könnte die Rückkehr des Tormanns in den Fußball-Alltag auch ein Signal für Ralf Rangnick sein, der früher auch in Hannover arbeitete. «Der Fall Miller zeigt, dass der Weg zurück immer möglich ist», sagte Schmadtke. Der Weg in die Öffentlichkeit habe bei der Genesung geholfen, erklärte Miller, ohne weitere Details der Behandlung zu nennen. «Ich bereue den Schritt nicht», sagte er und fügte hinzu:: «Es waren sehr spannende und emotionale elf Wochen.» Neben den Therapeuten und der Familie hätten auch viele im Club geholfen: «Viel professioneller, viel besser kann sich ein Verein damit nicht auseinandersetzen!» Auch die Mannschaft habe ihn mit einer Video-Botschaft «in der schweren Zeit» unterstützt.
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