Oft der Buhmann: Rafatis Kampf um Anerkennung
Frankfurt/Main (dpa) - 20.11.2011, 13:24 Uhr
Schiedsrichter Babak Rafati kam in der Vergangenheit bei Spielern, Fans und Medien nicht immer gut an. Foto: Jens Wolf
Für den Boulevard ist er schon mal «Babak Tomati», für die Fans oft eine Pfeife und für so manchen Fußball- Profi ein rotes Tuch: Babak Rafati gehört nicht zu den Beliebtesten einer ohnehin ungeliebten, aber unverzichtbaren Zunft. Der Schiedsrichter aus Hannover schockte mit einem Selbsttötungsversuch den deutschen Fußball. Mit Kritik umzugehen, das musste der 41-Jährige in den vergangenen Jahren lernen wie kaum ein anderer Spitzenreferee. «Er war sehr zufrieden», sagte Vater Djalal im Kölner «Express» über seinen Sohn und dessen Schiedsrichter-Job. Aber wie geht einer damit um, wenn er bei der halbjährlichen Umfrage des Fachmagazins «kicker» unter Bundesliga-Fußballern dreimal zum schlechtesten Schiedsrichter gewählt wird? Zuletzt konnte Rafati die zweifelhafte Auszeichnung an WM-Referee Wolfgang Stark und an Deniz Aytekin weitergeben. Die Unparteiischen finden solche Umfragen nicht okay, zumal auch nicht der schlechteste Profi gewählt wird. Man werde, so ein Kollege Rafatis, damit monatelang konfrontiert. Dabei stehen die Spielleiter ohnehin unter einer enormen Drucksituation.
«Ich denke, bei ihm ist die Entwicklung, die man erwartet hatte, ausgeblieben», kommentierte Markus Merk einmal die erneute Wahl Rafatis. Der Deutsch-Iraner, der in Teheran aufwuchs, durfte zwar nie zu einer EM oder WM, aber er machte nicht nur Karriere als Filialleiter bei der Sparkasse Hannover: Als Nachfolger von Merk wurde Rafati 2008 FIFA-Schiedsrichter. 84 Bundesliga-Spiele pfiff er bis heute, 2 A-Länderspiele und 6 Europacup-Spiele. Für 2012 hat ihn der DFB allerdings von der Liste seiner internationalen Referees genommen. Weil einige Unparteiische in den nächsten Jahren die Altersgrenze von 45 erreichen, müsse ein ständiger Austausch stattfinden - so heißt es beim DFB. |