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Sky-Chef Sullivan: Können mit ARD-Sportschau leben

Hannover (dpa) - 14.11.2011, 13:01 Uhr

Brian Sullivan ist der Vorstandsvorsitzende des Bezahlsenders Sky Deutschland AG. Foto: Stephan Görlich
Brian Sullivan ist der Vorstandsvorsitzende des Bezahlsenders Sky Deutschland AG. Foto: Stephan Görlich

Im TV-Poker um die Bundesliga-Rechte deutet sich bei Sky eine strategische Kehrtwende an. Der größte Pay-TV-Anbieter in Deutschland, der alle 306 Saisonspiele der Fußball-Bundesliga live überträgt, will nicht mehr auf eine größere Exklusivität gegenüber der ARD-«Sportschau» pochen.

«Wir könnten mit einer Sportschau um 18.30 Uhr leben. Ich glaube, dass unser Geschäft auch unabhängig davon weiter wachsen wird», sagte Sky-Vorstandschef Brian Sullivan der «Financial Times Deutschland». Mit dieser Aussage rückt die Vergabe der Bundesliga-Rechte für die Zeit nach 2013 in ein neues Licht.

Die Deutsche Fußball Liga (DFL) will noch in diesem Jahr mit der Ausschreibung beginnen und hat zwei Szenarien für die Höhepunkt-Berichterstattung vorgesehen: Eines wie bisher mit einer «Sportschau» im frei empfangbaren Fernsehen um 18.30 Uhr und ein zweites Modell mit einer Zusammenfassung vor 20 Uhr im Internet und auf mobilen Endgeräten wie Handys.

«So ein Format ist nicht nur für Internet-Player interessant, sondern auch für klassische Medienunternehmen und für die Zuschauer», erklärte DFL-Chef Christian Seifert im Berliner «Tagesspiegel». Der Dachverband beurteilt die Ausgangslage optimistisch. «Die Rechte der neuen Vertragsperiode ab 2013/2014 sind jedenfalls mehr wert als die durchschnittlich 412 Millionen Euro pro Jahr, die wir für die Clubs bisher erlösen», betonte Seifert.

Das Internet-Modell galt bisher als Chance für Sky (früher Premiere), mehr Fußballfans als Kunden zu gewinnen. Der Pay-TV-Sender will sich offensichtlich mehr auf Live-Spiele konzentrieren, wo es derzeit mit der Telekom (Liga Total) einen Konkurrenten gibt, der alle Bundesliga-Partien über das Internet überträgt. «Die Sportschau ist für uns nicht der entscheidende Faktor. Ich glaube, man hat früher nicht genug getan, die Übertragung der Live-Spiele attraktiv genug zu machen», argumentierte Sullivan.

Der Amerikaner hat seit 2010 das Sagen bei dem Bezahlsender, der trotz eines Anstiegs der Abonnenten - nach eigenen Angaben bisher 200 000 im Jahr 2011 - weiterhin rote Zahlen schreibt. Sullivan setzt auf neue Abspielkanäle wie iPhone, iPad und die Xbox 360 und schloss zudem den Sky-Ausstieg aus der Formel 1 nicht aus. «Wir wissen es noch nicht. Die Formel 1 ist ein tolles Produkt, hat aber eine sehr starke Präsenz im Free-TV», sagte der Vorstandschef.


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