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Podolski droht mit Abschied aus Köln

Bremen (dpa) - 06.11.2011, 11:23 Uhr

Kölns Star Lukas Podolski (l) ist mit der Situation beim FC alles andere als zufrieden. Foto: Carmen Jaspersen
Kölns Star Lukas Podolski (l) ist mit der Situation beim FC alles andere als zufrieden. Foto: Carmen Jaspersen

Die Warnung von Lukas Podolski klang ziemlich unverhohlen. In ungewohnter Deutlichkeit drohte der Nationalstürmer des 1. FC Köln am Wochenende mit seinem Abschied und sorgte so für Aufregung, die länger anhalten dürfte als der Ärger über die 2:3-Niederlage bei Werder Bremen.

«Wenn eine Anfrage kommt, und die werden bestimmt kommen, dann muss man eine Entscheidung treffen, auch für sich alleine», sagte der Nationalstürmer in einem Interview mit dem Bezahlsender Sky. Ihm fehle der Rückhalt im Club, klagte der Angreifer. Versprechen seien nicht eingehalten worden.

«Ich wollte ein Zeichen setzen», erklärte der Stürmer in Bremen seine Drohung via Pay-TV. Podolski ist ganz offensichtlich unzufrieden mit den Verantwortlichen des 1. FC Köln. Der sensible Stürmer fühlt sich nicht ausreichend geschätzt und zeigt sich - angesichts der entzogenen Kapitänsbinde - auch nachtragend. «Wenn es auf die Zielgerade geht, wird man bestimmt Gespräche mit dem Verein führen», sagte der Stürmer: «Ich werde mir meine Gedanken machen mit meiner Familie, und dann wird man gucken, wohin der Weg geht.»

Noch gibt es kein offizielles Angebot, doch die Gerüchte über das Interesse von Clubs wie FC Arsenal, Lokomotive Moskau und neuerdings AC Mailand nehmen zu. Mit seiner Leistung in Bremen, der Vorlage zum ersten Kölner Treffer und seinem neunten Saisontor, dürfte er die Begehrlichkeiten noch gesteigert haben.

«Ich habe immer wieder betont, dass mir nicht nur in der Kapitänentscheidung, sondern auch in anderen Dingen der Rückhalt der Verantwortlichen gefehlt hat», sagte Podolski: «Und dazu stehe ich immer noch heute.» Der Entzug der Binde wirkt offensichtlich länger nach als die Club-Verantwortlichen gedacht haben. Der Verein steht nun auch vor einem finanziellen Problem: Podolskis Vertrag in Köln läuft noch bis Juni 2013, so dass die Zeit begrenzt ist, in welcher der Club mit einer Ablöse noch Geld verdienen kann.

Die 2:3-Niederlage in Bremen dürfte Podolski noch in seiner Ansicht bestärkt haben, dass der 1. FC Köln nicht wie erhofft auf dem Weg zu einer Spitzenmannschaft ist. Etwas kompliziert formulierte der Angreifer seine Klage: «Wenn man von Bayern nach Köln kommt und dann von den Verantwortlichen gesagt bekommt, wir haben einen Weg für die nächsten fünf Jahre, wir wollen nach Europa und wir wollen das und das aufbauen, und ... das nach zwei Jahren nicht mehr funktioniert», dann sei man als Spieler enttäuscht.


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