Tränen bei Nürnbergs Klose - Freiburg feiert
Nürnberg (dpa) - 06.11.2011, 10:32 Uhr
Nürnbergs Verteidiger Timm Klose (r) kann seinen Fehler nicht fassen. Foto: Daniel Karmann
Bonjour tristesse: Nach der Heimpleite in letzter Minute gegen den SC Freiburg steckt nun auch der 1. FC Nürnberg im Tabellenkeller fest. In einer schwachen Partie war «Club»-Jungprofi Timm Klose der unfreiwillige Matchwinner für die Breisgauer. Klose schlich wie ein Häufchen Elend vom Platz und heulte Rotz und Wasser. «Es tut mir so leid für die Fans. Da macht man so einen Fehler und stürzt alles in den Abgrund. Das ist unverzeihlich», stammelte der Verteidiger aus der Schweiz nach dem 1:2 (1:1) seines 1. FC Nürnberg am Samstag gegen den Bundesliga-Konkurrenten SC Freiburg. Der unfreiwillige Matchwinner hatte mit seiner Kopfball-Rückgabe in der Nachspielzeit den schließlich von Papiss Demba Cissé (90.+3) eiskalt verwandelten Elfmeter heraufbeschworen und den Franken die sechste Saisonpleite in der Fußball-Bundesliga eingebrockt. «So ein Tor in der Schlussphase darf einfach nicht fallen. Es ist natürlich wenig sinnvoll, aus 30 Metern den Ball zurückköpfen zu wollen», tadelte «Club»-Trainer Dieter Hecking seinen Spieler. «In der Szene muss man den Ball ins Aus befördern!»
Mit seiner unterirdischen Aktion als Höhepunkt einer erschreckend schwachen Partie hatte der 23-Jährige dem «Club» endgültig das beschert, was Freiburg seit Saisonbeginn kennt - Abstiegsnöte. Seit nunmehr sieben Spielen haben die Franken in der Bundesliga nicht mehr gewonnen, dabei gab es nur drei Punkte und 8:15 Tore. «Wir machen zur Zeit viel zu leichte Fehler, die gnadenlos bestraft werden. Und das zu Recht», klagte der enttäuschte Hecking. «Uns hat eigentlich mal ausgezeichnet, dass es schwer ist, gegen uns Tore zu machen. Aber jetzt schenken wir die Tore her.» Was beide Mannschaften bei schönstem Herbstwetter auf dem holprigen Nürnberger Rasen zeigten, erinnerte tatsächlich an das, was man spätestens in den Frühjahrsmonaten Abstiegskampf nennt. So gut wie keine klaren Aktionen boten beide Teams, alles war überlagert von der Angst vor der nächsten Pleite. Bestes Beispiel war die kurze Aufregung in Halbzeit eins: Erst brachte Mike Frantz die Hausherren (32.) in Front, praktisch im Gegenzug traf Jan Rosenthal unfreiwillig zum Ausgleich (34.). |