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Minister Friedrich zu Krawallen: Antwort finden

Berlin (dpa) - 30.10.2011, 10:01 Uhr

Hans-Peter Friedrich fordert nach den jüngsten Krawallen von Fußball-Fans Konsequenzen. Foto: Jörg Carstensen
Hans-Peter Friedrich fordert nach den jüngsten Krawallen von Fußball-Fans Konsequenzen. Foto: Jörg Carstensen

Auch am Wochenende ist es vor und nach Bundesligaspielen zu Auseinandersetzungen zwischen Fußball-Fans gekommen. Allerdings hatten sie nicht das Ausmaß wie zuvor die Gewaltexzesse bei den DFB-Pokalspielen in Dortmund und Frankfurt.

Die Forderungen nach Konsequenzen aus den jüngsten Vorfällen innerhalb und außerhalb deutscher Stadien werden immer lauter. Der Fußball sei immer eine Freude für die ganze Familie gewesen, betonte Bundesinnenminister Hans-Peter Friedrich in einem Beitrag der ARD-«Sportschau». «Und das muss auch in Zukunft so bleiben. Das heißt, wir müssen sowohl die Chaoten als auch diejenigen, die meinen, sie müssten ihre pyrotechnischen Spielchen betreiben, fernhalten. Und das ist die Aufgabe, der wir uns gemeinsam - Sicherheitskräfte, aber auch vor allem die Vereine - stellen müssen», sagte der CSU-Politiker.

Friedrich hat zu einem Runden Tisch am 14. November geladen. Dort will er mit Vertretern der Landesinnenminister, der Verbände und der Vereine über Maßnahmen beraten. «Und wir werden eine Antwort finden müssen. Denn diese Gewalteskalation ist so nicht hinnehmbar», betonte er.

Sachsens Innenminister Markus Ulbig plädierte für eine konsequente Umsetzung von Stadionverboten. Sie hinderten Gewalttäter am Besuch des Stadions und entfalteten eine präventive Wirkung. «Deshalb müssen auf Störungen noch unmittelbarer Stadionverbote folgen. Das betrifft Ausschreitungen in den Stadien als auch auf An- und Abreisewegen», sagte der CDU-Politiker in einem Interview der «Sächsischen Zeitung». Den Deutschen Fußball-Bund (DFB) forderte er auf zu überprüfen, ob die Richtlinien für diese Verbote verändert werden müssen.

Bayern Münchens Vorstandschef Karl-Heinz Rummenigge äußerte sich ebenfalls besorgt über die neuesten Entwicklungen. «Ich möchte an die Fans appellieren, das Ganze schnell einzustellen. Das bringt nichts. Wir ziehen da alle an einem Strang», sagte er. Die Fans seien ein sehr wichtiger Bestandteil des Fußballs, «aber man hat an dem Beispiel England gesehen, wie schnell man ein Image beschädigen kann».


Rummenigge sprach sich dafür aus, das Gespräch vor allem mit den Ultra-Fans zu suchen. Der FC Bayern hätte auch Probleme mit dieser Bewegung im Zusammenhang mit der Verpflichtung von Torwart Manuel Neuer und Attacken gegen Präsident Uli Hoeneß gehabt. «Kommunikation ist besser, als drakonische Strafen auszusprechen. Diese Erfahrung haben wir gemacht.»

Laut Bernhard Witthaut, Chef der Polizeigewerkschaft GdP, suchen die Ultra-Fans die Gewalt gegen Polizisten. «Sie attackieren uns gezielt», sagte er der «Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung». Er sprach von 10 000 Störern in Deutschland, «von denen 2500 als 'Gewalt suchend' eingestuft sind».

Die Bundesligaspiele verliefen mit wenigen Ausnahmen relativ ruhig. Am Samstagmittag überfielen vermummte Anhänger des VfB Stuttgart auf einer Autobahnraststätte in Baden-Württemberg einen Reisebus mit Fans von Borussia Dortmund. Zehn bis zwölf Vermummte waren nach Angaben der Polizei auf den Bus zugestürmt. Auf der Autobahn kam es zu einer Verfolgungsjagd. Verletzt wurde niemand.

In der Nacht zum Sonntag war es zudem auf einer Tankstelle in Werne (Nordrhein-Westfalen) zu einer Schlägerei zwischen Anhängern von Borussia Dortmund und Werder Bremen gekommen. Nach Zeugenberichten sollen die Dortmunder die Bremer mit Knüppeln angegriffen haben, sagte ein Sprecher der Polizei am Morgen. Ein Werder-Fan erlitt einen Kreislaufkollaps, ist aber wieder wohlauf.

Beitrag in der ARD-«Sportschau»

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