Hauptdarsteller Referee: Schalke-Kritik an Sippel
Gelsenkirchen (dpa) - 16.10.2011, 16:42 Uhr
Schiedsrichter Peter Sippel zeigt Schalkes Torwart Ralf Fährmann (l) die Rote Karte. Foto: Bernd Thissen.
Zwei umstrittene Platzverweise, zwei Elfmeter und jede Menge Zündstoff - Peter Sippel schlüpfte in die Rolle des Hauptdarstellers. Die schwache Vorstellung des Schiedsrichters erhitzte beim 1:2 (0:1) des FC Schalke 04 gegen den 1. FC Kaiserslautern die Gemüter. Noch lange nach dem Schlusspfiff wurde nicht über Taktik und Tore, sondern über den Unparteiischen aus München diskutiert. «Auch der Schiri konnte uns heute nicht stoppen», kommentierte der erleichterte Gäste-Coach Marco Kurz den verdienten Auswärtssieg seiner Mannschaft, der nur durch die Fehlentscheidung des Referees kurzfristig in Gefahr geraten war. Schon in der ersten Schlüsselszene des Spiels bewies Sippel wenig Fingerspitzengefühl. Das Foul von Schalke-Schlussmann Ralf Fährmann (28.) an Dorge Kouemaha wertete er als Notbremse und ahndete es sowohl mit einem Elfmeter als auch mit einer Roten Karte. Zu allem Unglück zog sich der Torhüter bei dieser Szene eine Bänderruptur im linken Knie zu und wird seiner Mannschaft deshalb wochenlang fehlen. Nach Informationen des Fachmagazins «Kicker» sichtet Schalke deshalb den Spielermarkt. Demnach gilt der ehemalige Nationaltorhüter Timo Hildebrand, der sich bei Eintracht Frankfurt fithält, als Kandidat.
Die Wut der heimischen Fans animierte den Schiedsrichter offenbar zu einer Konzessionsentscheidung: Beim Zweikampf von Kaiserslauterns Abwehrspieler Rodnei (61.) gegen Jurado entschied er erneut auf Strafstoß und Platzverweis. Das empfand selbst Schalke-Coach Huub Stevens als zweifelhaft: «In dieser Situation war es noch lächerlicher, einen Elfmeter und eine Rote Karte zu geben.» Die Torschützen Christian Tiffert (30./Foulelfmeter), Klaas-Jan Huntelaar (62./Foulelfmeter) und Dorge Kouemaha (72.) mussten sich deshalb mit Nebenrollen begnügen. Stattdessen stand der Schiedsrichter im Rampenlicht. Auch nach der Sichtung der TV-Bilder wähnte sich Sippel in beiden Fällen im Recht: «Das hätte die Regel gebeugt, wenn ich bei Fährmann nicht auf Rot entschieden hätte.» Die Strafe für Rodnei hielt er ebenfalls für angemessen: «Der Abwehrspieler kümmert sich um alles, nur nicht um den Ball.» Trotzig stellte er sich der Kritik: «Es gibt immer Vorwürfe gegen Schiedsrichter, da schmerzt nichts mehr.» |