Bestens gelaunt schlug Labbadia nach dem prestigeträchtigen Sieg im baden-württembergischen Derby einen weiten Bogen: «Wir haben 30 Punkte in der Rückrunde geholt.» Und die 16 Zähler in den bisherigen neun Saisonspielen stimmten ihn «froh». Sein Team habe sich dank «unheimlicher taktischer Disziplin und guter Harmonie» stetig weiter entwickelt und ein «Kompliment verdient», lobte Labbadia seine Schützlinge: «Mal sehen, wie weit uns das Ganze trägt.» Spielerisch überzeugten die Stuttgarter bei ihrem dritten Sieg im siebten Vergleich (dazu vier Unentschieden) mit Hoffenheim zwar kaum. Aber taktische Disziplin und Kaltschnäuzigkeit in zwei entscheidenden Momenten zeigten die Reife und Zielorientiertheit. Die beiden Torschützen standen beispielhaft für diese neue VfB-Qualität. Shinji Okazaki sorgte nach einem blitzschnell ausgeführten Freistoß durch Tamas Hajnal für das erlösende 1:0 (48. Minute). Im ersten Durchgang war von dem Japaner kaum etwas zu sehen. Pawel Pogrebnjak provozierte erst Isaac Vorsah zu einem Foul und verwandelte dann den Strafstoß souverän zum 2:0 (77.). Zuvor hatte der Russe ebenfalls weitgehend glücklos und ineffektiv agiert. Holger Stanislawski war nach den Schlüsselszenen bedient. «Es war das alte Lied», stöhnte der Hoffenheimer Trainer. «Beim 0:1 haben alle geschlafen, dadurch verlieren wir das Spiel. Beim Elfer stellen wir uns wirklich nicht clever an.» Zudem missfiel dem Coach die fehlende Durchschlagskraft: «Wir schlagen lieber noch mal einen Haken und legen im Sechzehner den Ball vom starken Fuß auf den schwachen.» Der Coach kündigte Konsequenzen an, weil es sonst «schwierig werde, überhaupt ein Spiel zu gewinnen.» Schon zum dritten Mal in Serie blieb die gerühmte 1899-Offensive ohne Treffer, was auch Unmut bei den Profis auslöste. «Das gesamte Team ist gefragt, zielstrebiger zu spielen», forderte Abwehrchef Marvin Compper.
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