Der DFB zeigt sich hingegen wenig beeindruckt und hält seinen Zeitplan aufrecht. Die nächsten Präsidiumssitzungen sind wie geplant am 14. Oktober und am 2. Dezember, und «in einer der beiden werden wir das absegnen», erklärte Niersbach. Auch DFB-Präsident Theo Zwanziger sieht die Entwicklung gelassen: «Das ist erst mal eine Sache der DFL. Wir wussten alle, dass die Entscheidung kommt. Deshalb ist es keine Überraschung. Die Auswirkungen sind nicht abzuschätzen, aber sicher lösbar. Das Urteil muss genau geprüft werden.» Der DFB hat die Pokal-Rechte für den Zeitraum von 2012 bis 2016 ausgeschrieben. Bislang übertragen ARD, ZDF und der Bezahlsender Sky den DFB-Pokal. Rund 50 Millionen Euro beträgt der TV-Anteil an den Pokal-Einnahmen, weitere zehn Millionen kassiert der DFB durch Werbung. Weniger wird es wohl nicht werden. Für die Rechte im frei empfangbaren Fernsehen gilt die ARD als großer Favorit. Das ZDF hat sich nach dem Kauf der Champions League Zurückhaltung auferlegt, während Sat.1 mitgeboten hat. Die Auslands-Rechte spielen bei der Pokal-Vermarktung für den DFB zunächst eine untergeordnete Rolle. «International sollen unsere Länderspiele und DFB-Pokal zusammen vergeben werden», sagte Niersbach. Wie das geschehe, sei «noch offen und zwar unabhängig von dem Urteil». Für den deutschen Markt hat der DFB die Länderspiele im Mai für weitere vier Jahre bis 2016 an ARD und ZDF vergeben. Geschätzte 175 Millionen Euro bringt dem Verband das Rechte-Paket, zu dem auch die Begegnungen der Frauen-Nationalmannschaft, der Frauen-Bundesliga sowie der 3. Liga gehören. Probleme oder Einbußen bei der Auslandsvermarktung könnten angesichts dieser gewaltigen Einnahme verkraftet werden. Das Internationale Olympische Komitee (IOC) sieht ebenfalls keinen Grund zur Beunruhigung. «Dieses unmittelbare Problem spielt für uns keine direkte Rolle», sagte IOC-Vize Thomas Bach. Negative Auswirkungen auf die künftige Rechtevergabe für Olympische Spiele fürchtet der Sportfunktionär nicht. «Wir haben hier ganz andere Voraussetzungen als eine Fußballliga», betonte Bach. Das IOC betrachte es als oberste Priorität, TV-Rechte an frei empfangbare Sender zu verkaufen. Wie der DFB demonstrieren auch die meisten Proficlubs Gelassenheit und sehen sich durch die Umwälzungen kaum betroffen. «Die Bundesliga ist von diesem Urteil kaum betroffen, sondern in erster Linie die Premier League», sagte Hans-Joachim Watzke, der Geschäftsführer von Borussia Dortmund. Beim FC Bayern München, dessen Vorstandschef Karl-Heinz Rummenigge im Vorfeld von «gefährlichen Zeiten» gesprochen hatte, mochte das Urteil niemand kommentieren.
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