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Rekord müder Bayern - Zwei Profis mit «Dreierpack»

Düsseldorf (dpa) - 02.10.2011, 20:45 Uhr

Franck Ribéry (l) umarmt Bayern-Präsident Uli Hoeneß beim Münchner Oktoberfest.
Franck Ribéry (l) umarmt Bayern-Präsident Uli Hoeneß beim Münchner Oktoberfest.

Schon wieder steht die Null: Bayern München und Manuel Neuer sind derzeit nicht zu überwinden - doch nach dem 0:0 bei 1899 Hoffenheim verpassten es die direkten Verfolger, den Spitzenreiter einzuholen. Am Tabellenende bleibt Neuling Augsburg weiter ohne Sieg.

Im Herbst 2010 mit Louis van Gaal absolutes Mittelmaß, ein Jahr später unter Jupp Heynckes das Maß deutscher Fußball-Dinge. Der defensiv bärenstarke FC Bayern München ist nach acht Bundesliga-Spieltagen und pünktlich zur Wiesn-Zeit trotz des 0:0 bei 1899 Hoffenheim top - und das mit Vereinsrekord.

Die direkten Verfolger Borussia Mönchengladbach und Werder Bremen ließen die Chance verstreichen, nach dem ersten Remis des Rekordmeister mit einem eigenen Sieg punktemäßig mit den Bayern gleichzuziehen. Mönchengladbach unterlag in Freiburg und Bremen verlor das Nord-Derby gegen Hannover nach dem «Dreierpack» von Mohammed Abdellaoue mit 2:3 und obdendrein seinen «Problemstürmer» Marko Arnautovic mit einer Roten Karte. Im zweiten Sonntagsspiel feierte der FC Schalke 04 mit Rückkehrer Huub Stevens einen 2:1-Erfolg beim Hamburger SV.

Elf Pflichtbegegnungen ohne Gegentor und die mittlerweile seit 1018 Minuten stehende Null bei Nationalkeeper Manuel Neuer beeindrucken zutiefst. Und trotzdem atmet die Konkurrenz ein wenig auf: Die Kluft zwischen aktuell etwas müden Münchnern und dem Rest der Liga scheint nicht unüberwindbar - zumal in Sinsheim nach dem 0:1 gegen Mönchengladbach nur ein exzellenter Neuer die zweite Bayern-Niederlage der 49. Spielzeit verhinderte. «Wir müssen das Spiel gewinnen, das ist so», kommentierte 1899-Coach Holger Stanislawski den beherzten Auftritt seiner Elf.

«Die werden Meister - das ist so sicher wie das Amen in der Kirche», prophezeit Dortmunds Geschäftsführer Hans-Joachim Watzke den Bayern trotz des Torlos-Remis im Kraichgau schon jetzt Titelgewinn Nummer 23. Dabei findet der BVB nach der Königsklassenpleite von Marseille langsam wieder zu sich und auch Anschluss: Das 4:0 mit drei Robert-Lewandowski-Treffern gegen den bedauernswerten und weiter sieglosen Neuling FC Augsburg verkürzte den Abstand des Titelverteidigers auf die Bayern auf sechs Punkte.


Ohnehin schickt sich eine zweite Garde an, attackieren zu wollen: Schalke und Hannover haben 15 Punkte, dahinter Dortmund, Stuttgart nach dem 2:0 in Kaiserslautern, Hoffenheim und Leverkusen mit Jubilar Michael Ballack, der beim 3:1 gegen Wolfsburg seinen 100. Erstliga-Einsatz für Bayer feierte, kommt ein Quartett auf 13 Zähler. Und Hertha BSC (12) ist endgültig wieder in der Liga angekommen: Mit dem 3:0 und zwei Toren von U 21-Nationalspieler Pierre-Michel Lasogga stoppte der zweite Aufsteiger den kurzen Höhenflug des zuletzt so überzeugenden «1. FC Podolski» Köln.

Kölns rheinischer Rivale Borussia Mönchengladbach (16 Punkte) wurde nach drei 1:0-Siegen in Serie beim 0:1 in Freiburg ausgebremst - keineswegs überraschend, meinte Trainer Lucien Favre: «Ich muss klar sagen: Wir spielen mehr als das Maximum in dieser Saison.» Unermüdlich wiederholte der Schweizer nach dem entscheidenden Treffer von Johannes Flum seinen derzeit zentralen Satz: Das «Wunder» habe mit dem Klassenverbleib der vergangenen Saison schon stattgefunden.

Konträr zum Werdegang der Bayern verläuft die Entwicklung bei Mainz 05, das die Abgänge von Lewis Holtby, Christian Fuchs oder André Schürrle nur schwer verkraftet. 2010/11 gab es am achten Spieltag mit dem 0:1 gegen Hamburg die Premieren-Niederlage, ein Jahr später stehen derer bereits vier zu Buche. Immerhin bäumte sich das Team von Thomas Tuchel in Nürnberg machtvoll auf: Niko Bungert, Eric Maxim Choupo-Moting und Andreas Ivanschitz machten aus einem 0:2 ein 3:2, ehe Tomas Pekhart (82.) dem «Club» wenigstens einen Zähler sicherte.

«Ich hatte das Gefühl, es wurden ein paar Fesseln gelöst», hielt Tuchel anschließend fest, obwohl der FSV im letzten Drittel der Tabelle herumdümpelt - wie der VfL Wolfsburg, der trotz Millionen-Investitionen auf keinen grünen Zweig kommt. Trainer-Manager Felix Magath ist desillusioniert: «Enttäuschend» sei der Auftritt seiner Mannschaft unter dem Bayer-Kreuz gewesen - eine Einschätzung, die den Saisonverlauf trefflich kennzeichnet.

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