Anders als in der missratenen vergangenen Saison präsentiert sich Werder wieder als Spitzenteam. Am Samstag aber mussten die Bremer, die zuletzt am 31. Januar 2007 die Nummer 1 in der Bundesliga waren, nach dem Ausschluss von Nationaltorwart Wiese vor allem verteidigen. Weit vor dem eigenen Tor hatte der 29-Jährige nach einem missglückten Klärungsversuch FCN-Offensivkraft Christian Eigler festgehalten und wurde zum dritten Mal in der Bundesliga des Feldes verwiesen. «Eine dumme Aktion», meinte Wiese und sah den Fauxpas als einen «kleinen Weckruf» an. Danach habe die Mannschaft «super verteidigt», lobte der Keeper, der sich beim Team entschuldigte. Zu tun hatten die schon nach sechs Minuten durch die Verletzung von Sokratis Papastathopoulos (Muskelfaserriss) geschwächte Abwehr und Wiese-Vertreter Sebastian Mielitz mehr als ihnen lieb war. 13:0 lautete das Eckenverhältnis, immerzu rannten die Franken an. «Gefühlte 100 Flanken» und jede Menge Torschüsse registrierte «Club»-Trainer Dieter Hecking, «aber so richtig klare Torchancen waren nicht dabei, das ist auch ein Verdienst von Werder Bremen». Und auf Nürnberger Seite fehlte der gesperrte Torjäger Tomas Pekhart umso mehr. Für Pekhart musste Philipp Wollscheid (62.) nach einem Eckball als Ausgleichstorschütze einspringen. Beim Treffer des Nürnberger Innenverteidigers hatte sich das Training am Kopfball-Pendel unter der Woche ausgezahlt, auf Bremer Seite lohnte sich die Berufung des ehemaligen «Club»-Spielers Mehmet Ekici anstelle des verletzten Marko Marin in die Startformation. Denn Ekici war bei einem von insgesamt zwei Bremer Torschüssen mit dem 1:0 nach 24 Minuten zur Stelle. «Das war ein wichtiges Tor, aber es hat trotzdem nicht gereicht», meinte der 21-Jährige. Wie alle beklagte auch Ekici in der Schlussphase der ersten Hälfte, als monsunartiger Regen und Hagel den Rasen in eine Wasserlandschaft verwandelten, die Bedingungen. Die Schuhe seien «auf einmal doppelt so schwer gewesen», kein Ball mehr gerollt. Nach über 30 Minuten Pause war der Platz dann so weit abgetrocknet, dass es weiter gehen konnte. Und auch Schiedsrichter Jochen Drees dürfte aufgeatmet haben: Denn kurioserweise war er im April 2008 der Unparteiische in Nürnberg, als die Partie gegen Wolfsburg wegen eines Unwetters abgebrochen werden musste.
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