«Das ist das Entscheidende, dass man das Glück nicht hat, wenn man unten drin steht», kommentierte Oenning und sprach wiederholt vom «Pech» seiner Mannschaft. Dabei hatte der HSV Glück, dass Werder aus seiner Chancenmehrheit nicht mehr als die beiden Tore des formidablen Claudio Pizarro (52., 78.) machte. «Ich denke, dass wir ein gutes Spiel gemacht haben», kommentierte Oenning und offenbarte damit nur, dass er recht bescheidene Vorstellungen hat. Die schlichte Wahrheit sprach David Jarolim aus, der mit dem HSV schon bessere Zeiten erlebt hat. «Wir müssen jetzt endlich gewinnen», forderte der Routinier nach seinem 300. Bundesligaspiel: «Wir können nicht immer sagen: Nächste Woche, nächste Woche...» Das dürfte vor allem für seinen Trainer gelten. «Das muss ich ausblenden», sagte der Coach, der seit nunmehr zwölf Partien auf ein Drei-Punkte-Spiel wartet, und warb um Geduld für den Umbau des Teams. Die Vorbereitung auf das kommende Spiel sei «wichtiger als die Diskussionen um mich». Während der HSV als Letzter schweren Zeiten entgegengeht, hat sich Werder mit dem vierten Saisonsieg in der Spitzengruppe der Liga festgesetzt. Euphorisch feierten die Fans den Erfolg, verhöhnten den Erzrivalen nach Kräften und sangen von höheren Zielen. Und selbst Doppel-Torschütze Pizarro ließ sich anstecken und sagte zu den Werder-Ambitionen: «Wir sind jetzt nach fünf Spielen auf dem zweiten Platz und wollen ganz nach oben. Mein Ziel ist Platz eins.» Die Werder-Verantwortlichen bewahrten bei aller Begeisterung Ruhe. Auf die neu entfachte Euphorie in Bremen angesprochen sagte Trainer Thomas Schaaf nur trocken: «Der Puls kommt wieder runter - keine Sorge.»
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