Bayer mit Effektivität und Vorfreude auf Chelsea
Augsburg (dpa) - 11.09.2011, 10:41 Uhr
Die Leverkusener Angreifer Stefan Kießling (l) und Sidney Sam feiern einen Treffer.
Die Leverkusener Tabellenführung hielt nur eine Nacht, böse darüber war beim deutschen Vizemeister aber niemand. Im Fokus stand für Bayer nach dem 4:1 über den Sparringspartner FC Augsburg am Wochenende allein die Vorfreude auf die Rückkehr in die europäische Fußball-Beletage. «Das Spiel hier können wir schnell abhaken und uns auf die Champions League konzentrieren», sagte Kapitän Simon Rolfes vor dem Auftritt beim FC Chelsea am Dienstag, dem Leverkusener Comeback in der Königsklasse nach sechsjähriger Abstinenz. «Für ganz viele von uns ist das zum ersten Mal die ganz große Bühne», meinte Außenverteidiger Daniel Schwaab. Mit überschaubarem Aufwand, aber großer Effektivität egalisierte Bayer in Augsburg einen frühen Rückstand und setzte letztlich noch ein Ausrufezeichen im Rennen um die Bundesliga-Spitze. Durch die Siege der Verfolger am Samstag musste die Werkself den ersten Platz aber wieder abgegeben. Von Beginn an mit dabei war in Schwaben auch der frühere DFB-Kapitän Michael Ballack, der bis zu seiner Auswechslung allerdings nicht über einen soliden Auftritt ohne Glanzpunkte hinauskam. «Das hat gut geklappt», urteilte Rolfes, der mit Lars Bender und Ballack die Schaltzentrale bildete.
Ob Ballack auch im Duell mit seinem Ex-Club Chelsea ein Platz in der ersten Elf winkt, ließ Dutt noch offen. Der 34-Jährige selbst entschwand wortlos aus der Augsburger Mixed-Zone, dafür nahm er in der englischen Tageszeitung «The Times» Stellung und attackierte erneut die Art und Weise seines Rauswurfs aus der Nationalelf: «Es tut immer noch weh, dass ich nicht mehr für Deutschland spiele», sagte Ballack und merkte in Richtung DFB-Trainerstab um Bundestrainer Joachim Löw an: «Nach meiner Verletzung sind Dinge passiert, die ich nicht erwartet habe.» Der FCA überzeugte gegen Bayer zwar durch großen Einsatz und ging durch die Leverkusener Leihgabe Hajime Hosogai vor 30 660 Zuschauern in der ausverkauften Arena sogar in Führung. Letztlich aber stand der Ertrag in keinem Verhältnis zum Aufwand. Die offensive Ausrichtung begeisterte die Zuschauer, hatte aber katastrophale Auswirkungen auf das Defensivverhalten. Die taktisch überforderte Elf machte zeitweise den Eindruck naiver Jungspunde voller Tatendrang, die unbedingt bei den ganz Großen mitmachen wollen, obwohl ihnen das Format fehlt. |