Zweimal Rot in Leverkusen - 0:0 gegen Dortmund
Leverkusen (dpa) - 27.08.2011, 20:57 Uhr
Die Leverkusener Renato Augusto (l) und Simon Rolfes (r) versuchen den Dortmunder Mario Götze zu stoppen.
Rot für Jungstar Mario Götze und Michal Kadlec, eine dramatische Auseinandersetzung, aber kein Sieger im Topspiel zwischen Vizemeister Bayer Leverkusen und Titelverteidiger Borussia Dortmund: Nach dem 0:0 vor 30 210 Zuschauern standen am Samstagabend weniger die temporeichen 90 Minuten, als vielmehr die beiden Platzverweise im Mittelpunkt. Von der 65. Minute an musste Bayer für kurze Zeit in Unterzahl spielen, weil Kadlec nach einer Grätsche von hinten gegen Götze die Rote Karte sah. Wenig später musste der Dortmunder ebenfalls mit Rot vom Feld, weil er gegen Hanno Balitsch nachgetreten haben soll (77.). «Der Schiedsrichter hat mir gesagt, dass auch der Versuch schon strafbar ist. Ich habe nichts gespürt, ich habe auch nicht reklamiert», sagte Balitsch zu der Entscheidung von Referee Wolfgang Stark. BVB-Coach Jürgen Klopp forderte, dabei die Persönlichkeit eines Spielers «mitzubewerten. Und Mario Götze ist mit Sicherheit der letzte, der eine Tätlichkeit begehen könnte.» Insgesamt sei die Leistung von Stark «nicht Weltklasse gewesen». Leverkusens Trainer Robin Dutt bewertete die Aktion von Kadlec als «nicht notwendig. Da hätte er den Zweikampf geschickter führen können».
In der mit Hochspannung erwarteten Partie der beiden Top-Vereine der vergangenen Saison entwickelte sich in der ausverkauften Leverkusener BayArena eine Begegnung mit klaren Vorteilen für die Gastgeber. Der erstaunlich zurückhaltende Meister BVB, dessen viel gerühmte Offensivmaschinerie erhebliche Aussetzer hatte, konnte sich beim überragenden Roman Weidenfeller bedanken, dass es nach 45 Minuten noch 0:0 stand. «Es war intensiv, auf beiden Seiten ein Superspiel. Es ist schade, dass wir nicht mehr mit nach Hause nehmen», meinte der BVB-Keeper. Weidenfeller rettete in der 65. Erstliga-Auseinandersetzung der beiden NRW-Clubs in der sechsten Minute mit dem Knie gegen André Schürrle und verhinderte auch bei einem Kopfball von Stefan Reinartz (24.) nach einem Freistoß von Renato Augusto mit einem Reflex den Gegentreffer. Weidenfeller hielt den Titelverteidiger zunächst fast allein in einem Spiel, in dem Michael Ballack erneut mit der Ersatzbank vorlieb nehmen musste, weil im defensiven Bayer-Mittelfeld Kapitän Simon Rolfes abermals den Vorzug erhielt. |